VW-Aufsichtsrat will Boni-Streit lösen und Jahreszahlen beschließen

Knapp eineinhalb Stunden später als zunächst geplant hat in Wolfsburg die mit Spannung erwartete Sitzung des VW-Aufsichtsrates begonnen.

VW-Aufsichtsrat will Boni-Streit lösen und Jahreszahlen beschließen
Julian Stratenschulte VW-Aufsichtsrat will Boni-Streit lösen und Jahreszahlen beschließen

Abgeschottet von der Außenwelt will das 20-köpfige Kontrollgremium am Freitag auf dem Werksgelände nicht nur den seit Wochen dauernden Streit um die millionenschweren Vorstands-Boni abräumen, sondern auch abschließend über die offiziellen Eckzahlen zur Jahresbilanz 2015 beraten. Diesem Beschluss folgt in der Regel in eine Pflichtmitteilung an die Finanzwelt.

Dem Termin war in der Nacht eine lange Sitzung des VW-Präsidiums sowie der Anteilseigner und der Arbeitnehmerseite vorausgegangen.

Dabei hatten sich die Verantwortlichen nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur darauf verständigt, dass der Konzern wegen des Abgas-Skandals in seiner Bilanz für 2015 rund 16,4 Milliarden Euro zurückstellt. Damit steigt der Puffer für die bisher absehbaren Kosten der Diesel-Krise nach bereits erfolgten Rückstellungen im dritten Quartal noch einmal um fast 10 Milliarden Euro an.

Mit den Rückstellungen in zweistelliger Milliardenhöhe steuert Europas größter Autobauer auf den größten Verlust in seiner Geschichte zu. Im Jahr 1993 hatte es zuletzt einen Fehlbetrag gegeben: 1,94 Milliarden D-Mark, also rund eine Milliarde Euro. Weitere Verluste in den 1980er und 1970er Jahren waren weit geringer.