VW-Investitionen «auf dem Prüfstand» - Allofs gelassen

Der angekündigte rigorose Sparkurs des neuen VW-Chefs Matthias Müller sorgt beim Tochterunternehmen VfL Wolfsburg nicht für Beunruhigung.

VW-Investitionen «auf dem Prüfstand» - Allofs gelassen
Julian Stratenschulte VW-Investitionen «auf dem Prüfstand» - Allofs gelassen

«Es gibt keinen Grund, sich jetzt Sorgen zu machen», sagte Sportchef Klaus Allofs vom Fußball-Bundesligisten der Deutschen Presse-Agentur. Zuvor hatte Volkswagen-Chef Müller bei einer Betriebsversammlung in Wolfsburg schmerzhafte Folgen für den gesamten Konzern aufgrund des Abgas-Skandals angekündigt.

«Deshalb stellen wir jetzt alle geplanten Investitionen noch mal auf den Prüfstand. Was nicht zwingend nötig ist, wird gestrichen oder geschoben», sagte Müller im Wolfsburger VW-Stammwerk. «Ich bin ganz offen: Das wird nicht ohne Schmerzen gehen.»

Unter Müllers Vorgänger Winterkorn wurde der VfL zur hundertprozentigen Konzerntochter. Vor allem wegen der hohen finanziellen VW-Zuwendungen im mittlerweile hohen zweistelligen Millionenbereich wurde der Club 2009 deutscher Meister und in diesem Jahr Vizemeister und Pokalsieger.

«Bei aller Bedeutung, die wir haben, glaube ich, dass dies in eine andere Richtung geht», meinte Allofs zu den Müller-Äußerungen mit Blick auf mögliche Folgen für den VfL: «Es gibt da brennendere Themen. Da geht es um andere finanzielle Größenordnungen.» Wegen manipulierter Abgaswerte drohen dem Konzern Strafen in Milliardenhöhe.

«Es ist natürlich klar, dass wir im Kontext dessen, was sich dort entwickeln muss, auch unsere Rollen spielen müssen. Aber es gibt da keine neue Marschrichtung oder Ansagen», meinte Allofs, der im engen Austausch mit VW-Vorstand und VfL-Aufsichtsratschef Francisco Javier Garcia Sanz steht: «Sollte es Veränderungen der Denkweise im Hinblick auf den VfL geben, bin ich fest davon überzeugt, dass ich einer der ersten bin, der davon erfährt».