VW-Skandal hält Dax unter 11 000 Punkten

Die Ausweitung des VW-Abgasskandals hat am deutschen Aktienmarkt deutliche Spuren hinterlassen. Die VW-Vorzugsaktie rutschte um gut 8 Prozent ab und zog auch die Papiere anderer Autofirmen mit nach unten.

Dadurch blieb dem Leitindex Dax der Sprung über die Marke von 11 000 Punkten verwehrt. Am Nachmittag stand er 0,20 Prozent im Minus bei 10 929,59 Punkten.

Der MDax der mittelgroßen Werte gewann dagegen 0,34 Prozent auf 21 287,98 Punkte. Der Technologiewerte-Index TecDax fiel um 0,97 Prozent auf 1803,71 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 legte um 0,65 Prozent zu.

Unterstützung kam dabei von der Wall Street. «Die US-Indizes befinden sich in Schlagdistanz zu ihren Allzeithochs», stellte Analyst Andreas Paciorek vom Wertpapierhändler CMC Markets fest. Zudem rutschte der Euro weiter Richtung 1,09 US-Dollar ab - eine schwache Gemeinschaftswährung hilft Unternehmen der Eurozone beim Export.

Der Abgasskandal erreichte bei VW derweil eine neue Dimension: Der Wolfsburger Autobauer musste nun auch Unregelmäßigkeiten bei CO2-Werten einräumen. Die negativen Nachrichten rissen nicht ab, sagte ein Aktienhändler. Es erscheine sinnvoll, sich als Anleger fernzuhalten. Die Vorzugsaktien rutschten zeitweise wieder unter 100 Euro und kosteten zuletzt knapp 102 Euro.

Daimler und BMW wurden mit nach unten gerissen: Die Papiere verbilligten sich um jeweils rund 2 Prozent. Continental-Aktien büßten als Zulieferer fast 1 Prozent ein.

Der Nivea-Hersteller Beiersdorf profitierte von der Vorlage seiner Quartalsbilanz. Das sehr starke Wachstum im Geschäft mit Haut- und Körperpflegeprodukten kam gut an. Die Aktien kletterten um zuletzt 2,69 Prozent nach oben und erreichten zwischenzeitlich ein Rekordhoch.

Die Papiere von Axel Springer verteuerten sich in dem Index mittelgroßer Werte um 1,75 Prozent. Die guten Resultate des dritten Quartals hätten die Erwartungen erfüllt, schrieb Analyst Harald Heider von der DZ Bank in einer ersten Einschätzung.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 0,41 (Dienstag: 0,40) Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,05 Prozent auf 139,87 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,05 Prozent auf 156,63 Punkte. Der Euro bröckelte: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,0935 (1,0976) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9145 (0,9111) Euro.