VW verliert Verbrauchervertrauen wegen Abgas-Skandal

Volkswagen hat einer Umfrage zufolge wegen des Abgas-Skandals massiv das Vertrauen der deutschen Verbraucher verloren. Wie aus einer aktuellen und repräsentativen Studie des Verbandes der Kommunikationsagenturen GPRA hervorgeht, vertrauen nur noch 43 Prozent der Befragten VW.

Zuletzt hatte der Verband im Oktober 2013 vergleichbare Werte erhoben: Damals gaben 84 Prozent der Befragten an, VW zu vertrauen, teilte die GPRA mit. Über die Umfrage hatten zuvor «Wirtschaftswoche» und «Focus» berichtet.

Auch andere deutsche Hersteller bekämen das zu spüren. Dabei «wird deutlich, dass sich die Verbraucher persönlich von der Autoindustrie hintergangen führen», sagte GPRA-Präsident Uwe Kohrs. «Es herrscht grundsätzliches Misstrauen und bemerkenswerter Weise gilt dies insbesondere für deutsche Autobauer, die bisher unangefochten als das Maß aller Dinge galten», sagte Kohrs.

Wie VW bekommt das auch die Tochter Audi zu spüren. Im November 2013 hatte Audi-Chef Rupert Stadler angesichts der GPRA-Zahlen via Pressemitteilung kommentiert: «Vertrauen ist für eine Marke die härteste Währung überhaupt und Basis für nachhaltigen Erfolg.» Damals hatten 85 Prozent der Befragten erklärt, Audi zu vertrauen. In den neuen Zahlen sind es nur 52 Prozent. Die übrigen deutschen Hersteller verlieren ebenfalls deutlich, wenn auch nicht im gleichen Ausmaß.

An der Spitze rangiert die Daimler-Marke Mercedes-Benz, der 76 Prozent der Befragten vertrauen. Doch auch hier steht ein Minus von 6 Punkten. BMW vertrauen demnach noch 65 Prozent, ein Minus von 17 Punkten.

Eine weitere Umfrage ergab, dass die Mehrheit der Deutschen angesichts des Diesel-Skandals bei VW für Auto-Abgastests unter realen Bedingungen ist. 90 Prozent gaben in einer von Greenpeace in Auftrag gegebenen Umfrage von TNS Emnid an, sie wären dafür, dass Abgas- und Verbrauchswerte unter realen Bedingungen gemessen würden. Die Umfrage lag der Deutschen Presse-Agentur am Freitag vor. Gut zwei Drittel hätten am liebsten schon im kommenden Jahr neue Abgastests, 15 Prozent wären für 2017 und 17 Prozent für 2018.

Greenpeace-Verkehrsexperte Daniel Moser sieht darin einen eindeutigen Auftrag an Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) und die Bundesregierung, Straßentests einzuführen. Im Zuge des Skandals, bei dem Abgasmessungen auf Prüfständen manipuliert worden waren, werden die Tests unter Laborbedingungen grundsätzlich infrage gestellt.