VW-Vorstände schwören Führungskräfte auf harte Zeiten ein

Die Führung des Volkswagen-Konzerns hat bei einem Treffen in Leipzig rund 400 Top-Manager für den Ernst der Lage im Abgas-Skandal sensibilisiert. Laut Teilnehmern betonte der neue Vorstands-Boss Matthias Müller gleichzeitig aber auch, dass es zu schaffen sei, die Situation zu meistern.

Das Ziel für VW sei es, nicht nur zu alter Stärke zurückzufinden, sondern eben auch zu neuer Stärke. Der Skandal müsse von allen als eine Chance zur Veränderung begriffen werden. Demut sei ein Gebot der Stunde.

Der Wolfsburger Zwölf-Marken-Konzern war jahrelang von einem Rekord zum nächsten geeilt und hatte im Sommer den japanischen Konkurrenten Toyota als weltgrößten Autobauer abgelöst. Ende September musste VW manipulierte Abgaswerte bei Dieseln in den USA einräumen. Die Affäre wuchs sich zum größten Skandal der Unternehmensgeschichte aus. Es drohen Milliardenkosten. Seit Donnerstag ist zudem klar, dass VW 2016 allein in Deutschland 2,4 Millionen Dieselfahrzeuge zurückrufen muss.

Diese Entscheidung der Behörden begrüßte Müller in Leipzig. An der Ecke könne es nun weitergehen und VW wisse um die nächsten Schritte. Das Kraftfahrtbundesamt (KBA) wertet die eingesetzte VW-Software als eine «unzulässige Abschalteinrichtung», macht Nachbesserungen in der Werkstatt zur Pflicht und überwacht die Rückrufaktion des Konzerns.

Der neue Konzern-Finanzchef Frank Witter verdeutlichte in Leipzig die drei großen finanziellen Risikoblöcke, vor denen der Konzern steht: Rückrufkosten, mögliche Strafzahlungen und teure juristische Auseinandersetzungen. Maximalsummen dazu nannte er nicht. Es gelte nun, an allen Ecken mit Einsparungen für Finanzpolster zu sorgen.