Waffenfund in Bayern: Prüfung auf Zusammenhang mit Paris

Möglicherweise auf dem Weg nach Paris ist ein 51 Jahre alter Autofahrer vor gut einer Woche in Oberbayern mit einem umfangreichen Waffen-Arsenal aufgeflogen.

Nun werde ein Zusammenhang mit der Terrorserie in der französischen Hauptstadt geprüft, sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) der Deutschen Presse-Agentur.

Bei einer Kontrolle entdeckten Schleierfahnder der Polizei im Kleinwagen des Mannes unter anderem mehrere Kalaschnikow-Gewehre, Handgranaten sowie 200 Gramm TNT-Sprengstoff. Gegen den aus Montenegro stammenden Mann sei inzwischen Haftbefehl erlassen worden, teilte ein Sprecher des Landeskriminalamtes (LKA) mit. Zunächst hatte der Bayerische Rundfunk über den spektakulären Fund berichtet.

«Wir prüfen in Zusammenarbeit mit den französischen Behörden intensiv, ob es einen Zusammenhang mit den Ereignissen von Paris gibt», sagte Herrmann. «Wenn jemand mehrere Kalaschnikows, Handgranaten und Sprengstoff transportiert, könnte das jemand aus dem Bereich der Schwerkriminalität sein. Der Verdacht liegt aber nahe, dass es sich um terroristische Absichten handelt, beziehungsweise jemand den Terroristen Waffen liefert», sagte der CSU-Politiker.

Aufgrund der Daten des Navigationssystems und des Handys gebe es «deutliche Hinweise, dass der Mann nach Frankreich wollte», sagte Herrmann weiter. Nach Angaben des Bayerischen Landeskriminalamtes (LKA) und der Staatsanwaltschaft Traunstein wurden bei dem Mann am Donnerstag vergangener Woche bei Bad Feilnbach acht Kalaschnikow-Gewehre, zwei Handgranaten, zwei Pistolen, ein Revolver sowie 200 Gramm TNT-Sprengstoff sichergestellt. Die Waffen seien in unterschiedlichen Verstecken aufgefunden worden.

Der 51-Jährige schweigt sich laut LKA aus. Ob der Mann eventuell mit der Anschlagsserie in Paris in Verbindung stehe, sei reine Spekulation, sagte der Sprecher weiter. «Waffenschmuggel ist ein gängiges Geschäft», betonte er.