Wahl auf Malediven begonnen: Aufruf zur Ruhe

Nach zahlreichen Appellen für eine friedfertige Abstimmung hat heute die Präsidentenwahl auf den Malediven begonnen.

Wahl auf Malediven begonnen: Aufruf zur Ruhe
epa Paul Hilton Wahl auf Malediven begonnen: Aufruf zur Ruhe

Von 7.30 Uhr (4.30 Uhr MESZ) bis 16.30 Uhr (13.30 Uhr MESZ) sind fast 240 000 Menschen des muslimischen Staates in Südasien aufgerufen, ihr nächstes Staatsoberhaupt zu bestimmen. Es ist erst die zweite freie Wahl mit mehreren Kandidaten in der Geschichte des Landes. Mohamed Nasheed (46) hatte 2008 gewonnen, trat aber im Februar 2012 zurück. Wochenlang gab es Ausschreitungen und Proteste, seitdem herrscht eine innenpolitische Krise.

Präsident Mohamed Waheed Hassan (60), der vor anderthalb Jahren auf Nasheed folgte, könnte es genau wie der Ex-Präsident in die Stichwahl Ende des Monats schaffen. Beobachter gehen eher nicht davon aus, dass einer der Kandidaten schon im ersten Durchgang die absolute Mehrheit erhält. Ein Sprecher der Antikorruptionsorganisation Transparency International sagte, die 400 Beobachter hätten im Vorfeld keine bedeutenden Unregelmäßigkeiten festgestellt. Sicherheitskräfte bewachten die 459 Wahllokale. Das Land besteht aus mehr als 1100 Inseln, von denen aber nur 200 bewohnt sind.

Ein Sprecher von UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon hatte die Menschen auf den Malediven in dieser Woche dazu aufgerufen, die Wahl friedlich und glaubhaft abzuhalten. «Der Generalsekretär fordert alle Präsidentenkandidaten dazu auf, den Ausgang der Wahl zu respektieren, egal wer gewinnt», hieß es. Auch Präsident Waheed erklärte laut lokalen Medien in einer Rede an die Nation, landesweiter Friede und Harmonie seien das Wichtigste.