Wahllokale nach historischer Wahl in Myanmar geschlossen

Nach der historischen Parlamentswahl in Myanmar haben die Wahllokale am Nachmittag geschlossen. Im ganzen Land hatten Wähler schon in den frühen Morgenstunden vor Schulen und Tempeln Schlange gestanden, um erstmals seit 25 Jahren bei freien Wahlen ihre Stimme abzugeben.

Wahllokale nach historischer Wahl in Myanmar geschlossen
Rungroj Yongrit Wahllokale nach historischer Wahl in Myanmar geschlossen

Bis zum Nachmittag wurden keine Probleme gemeldet. Lokalmedien rechneten nach Augenschein im ganzen Land mit einer hohen Wahlbeteiligung. Genaue Angaben gab es aber zunächst nicht.

Erste offizielle Ergebnisse werden laut Wahlkommission erst in den nächsten Tagen erwartet. Reporter hofften auf erste Trendmeldungen durch Wählerbefragung nach Stimmabgabe im Laufe des Abends.

Bei der Wahl entscheidet sich, ob das Land nach mehr als 50 Jahren die Dominanz des Militärs in der Politik abschüttelt kann. Außer der militärnahen Regierungspartei USDP tritt die Nationalliga für Demokratie (NLD) von Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi an.

Bei freien Wahlen 1990 gewann Suu Kyis Partei 80 Prozent der Parlamentssitze, aber das Militär ignorierte den Wahlausgang und gab die Macht nicht ab. Die Militärjunta richtete 2010 die nächsten Wahlen aus. Dabei trat die NLD aber wegen unannehmbarer Auflagen nicht an. Die militärnahe USDP gewann haushoch. Internationale Wahlexperten bezeichneten den Wahlgang als weder fair noch frei.