Wall Street klettert nach Fed-Entscheid auf Rekordstände

Die US-Börsen haben nach den mit Spannung erwarteten Entscheidungen der Notenbank Fed am Mittwoch eine regelrechte Erleichterungsrally gestartet. Die zuvor nervösen Märkte zogen mit der Gewissheit über die Drosselung der milliardenschweren Anleihekäufe deutlich an.

Wall Street klettert nach Fed-Entscheid auf Rekordstände
Rainer Jensen Wall Street klettert nach Fed-Entscheid auf Rekordstände

Ein großer Unsicherheitsfaktor sei nun vom Tisch, sagten Börsianer. Der Dow Jones Industrial gewann 1,84 Prozent auf 16 167,97 Punkte, der S&P 500 kletterte mit plus 1,66 Prozent ebenfalls deutlich auf 1810,65 Punkte. Beide wichtigen Standardindizes setzten damit auf Schlusskursbasis neue Rekordmarken und erzielten die größten Tagesgewinne seit zwei Monaten. Der Nasdaq 100 stieg um 1,16 Prozent auf 3509,63 Punkte.

Die Fed macht mit ihrem Beschluss erste Abstriche an ihrer extrem lockeren Geldpolitik: Das Volumen der monatlichen Anleihekäufe zum Ankurbeln der Wirtschaft sinkt ab Januar von 85 auf 75 Milliarden US-Dollar. Weitere Schritte bei der Rückführung der Anleihekäufe seien möglich, stellten die Währungshüter klar. Finanzanalysten hatten mehrheitlich erst im nächsten Jahr mit dem Beschluss einer Drosselung gerechnet. Zugleich betonte die Notenbank, dass die Geldpolitik noch lange locker bleibt. Die erste Zinserhöhung stellte sie erst für 2015 in Aussicht. Ihren Arbeitsmarktausblick hob die Fed zudem leicht an, Ende 2014 erwartet sie nun eine geringere Erwerbslosenquote.

«Für die Finanzmärkte ist es entscheidend, dass die Katze aus dem Sack ist», sagte Kapitalmarktexperte Robert Halver von der Baader Bank. «Dieses seit Mai leidige Thema kann nun nicht mehr für Verunsicherung sorgen.» Der 10-Milliarden-Schritt sei «eher homöopathisch». Aktienhändler Markus Huber vom Broker Peregrine & Black sagte, die angepeilte Drosselung der Anleihekäufe sei nicht nur in den Märkten eingepreist gewesen. Sie bestätige auch klar, dass die weltgrößte Volkswirtschaft fest auf dem Weg zu einer nachhaltigen Erholung sei.

Papiere von Ford rutschten nach einem enttäuscht aufgenommenen Ausblick auf das kommende Jahr um 6,29 Prozent ab. Der zweitgrößte US-Autobauer rechnet 2014 mit einem Vorsteuerergebnis von sieben bis acht Milliarden US-Dollar (bis zu 5,8 Mrd Euro) - das wäre weniger als im laufenden Jahr, in dem das Ergebnis vor Steuern bei 8,5 Milliarden Dollar liegen soll. Hohe Kosten für die Markteinführung neuer Modelle sind nach Konzernangaben der Grund für den sinkenden Gewinn - Ford will nach Angaben aus der Vorwoche 2014 weltweit 23 neue Modelle auf den Markt bringen.    

FedEx legten nach Zahlen am Schluss 0,45 Prozent zu. Der Logistikkonzern steigerte im zweiten Geschäftsquartal von September bis Ende November den Überschuss unterm Strich um 14 Prozent auf 500 Millionen US-Dollar. Der Gewinnanstieg des Deutsche-Post-Rivalen blieb allerdings etwas hinter den Erwartungen von Analysten zurück - auch beim Umsatz hatten sie etwas mehr erwartet. Titel von Apple fielen um 0,76 Prozent, zwischenzeitlich hatte der Verlust gar mehr als zwei Prozent betragen. Ein Analyst sah ein negatives Zeichen darin, dass ein Zulieferer mit seinen Zahlen enttäuscht hatte.

Beim Lebensmittelkonzern Kraft Foods sorgte die Ankündigung eines Aktienrückkaufprogramms für Freude unter den Aktionären - und für Kursgewinne von 1,74 Prozent. Für 3 Milliarden Dollar will das Unternehmen Papiere zurückkaufen. Die Aktien von Lennar legten um 6,34 Prozent zu. Der nach Marktkapitalisierung zweitgrößte US-Eigenheimbauer hatte für das vierte Geschäftsquartal einen überraschend stark gestiegenen Gewinn je Aktie vorgelegt.

Der Euro geriet im New Yorker Handel nach der Entscheidung der Fed etwas unter Druck und sank zuletzt unter die Marke von 1,37 Dollar. Zuletzt wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,3694 Dollar notiert. Richtungweisende zehnjährige Anleihen fielen um 12/32 Punkte auf 98 26/32 Punkte. Sie warfen eine Rendite von 2,89 Prozent ab.