Wall Street schiebt deutschen Aktienmarkt an

Nach dem Kursrutsch der vergangenen Woche ist es am deutschen Aktienmarkt am Montag wieder kräftig aufwärtsgegangen. Die zuletzt gut gelaufene Wall Street sorgte für den nötigen Schub.

So baute der deutsche Leitindex am Vormittag seine Gewinne auf zuletzt 1,65 Prozent auf 10 929,93 Punkte aus. Die Anleger fassten wieder Mut, schrieben die Experten der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW).

Die Enttäuschung über die moderater als erhofft ausgefallenen geldpolitischen Eingriffe der Europäischen Zentralbank (EZB) hatten den Dax in der vergangenen Woche auf Talfahrt geschickt. Ein guter US-Arbeitsmarktbericht hatte sich aber schon am Freitag leicht positiv auf den deutschen Aktienmarkt ausgewirkt - der Dax hatte seinen Wochenverlust auf knapp 5 Prozent eindämmen können.

Noch kräftiger als der Dax zogen am Montagmorgen die übrigen wichtigen deutschen Indizes an: Der MDax der mittelgroßen Werte stand zuletzt 1,79 Prozent höher bei 21 278,23 Zählern. Für den Technologiewerte-Index TecDax ging es um 1,91 Prozent auf 1870,34 Punkte nach oben. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 rückte um 1,53 Prozent vor.

Alle Blicke richten sich nun auf die nächste Notenbank - die Federal Reserve (Fed) der USA. Sie könnte Mitte Dezember ihren Leitzins erstmals seit der Finanzkrise wieder anheben. Dabei hat die Zinswende einen Teil ihres Schreckens verloren: Offenbar gingen inzwischen mehr Marktteilnehmer davon aus, dass die US-Wirtschaft einen höheren Leitzins verkraften könnte, begründeten Börsianer die positive Reaktion der Anleger auf den Arbeitsmarktbericht. Höhere Zinsen sorgen aber dafür, dass Aktien im Vergleich zu festverzinslichen Wertpapieren an Attraktivität verlieren.

Unter den Einzelwerten gerieten die Titel des Pharmakonzerns Merck KGaA ins Rampenlicht, denn der Medikamenten-Kandidat Evofosfamide bei Bauchspeicheldrüsen- und Weichteilkrebs hat sich als Fehlschlag erwiesen. Die Aktie gab als schwächster Dax-Wert über 1 Prozent ab.

Die Linde-Aktie reagierte zunächst kaum auf die Ankündigung der Übernahme der auf Beatmungstherapien spezialisierten American HomePatient. Papiere des Herstellers von Getränkeabfüllanlagen Krones landeten nach einer negativen Analystenstudie mit knapp 1 Prozent Kursverlust am MDax-Ende.