Warnung vor Terrorgefahr bei der EM in Frankreich

Das Bundeskriminalamt warnt nach einem Bericht der «Bild»-Zeitung vor möglichen Terrorangriffen bei der Fußball-Europameisterschaft.

Warnung vor Terrorgefahr bei der EM in Frankreich
Laurent Dubrule Warnung vor Terrorgefahr bei der EM in Frankreich

Frankreich stehe «nicht zuletzt aufgrund der französischen Kolonialgeschichte in Nordafrika, des militärischen Engagements in Mali sowie der militärischen Unterstützung im Kampf gegen den sog. Islamischen Staat (ISIS) im Irak und Syrien fortlaufend im besonderen Fokus islamistisch motivierter Täter», heißt es demnach in einem BKA-Bericht.

Das Bundesinnenministerium wollte sich zum Inhalt des internen Papiers nicht äußern. Dass Frankreich im Fokus islamistischer Terroristen steht und auch Anschläge auf Fußballspiele drohen, hatte sich allerdings schon im vergangenen November gezeigt, als während des Länderspiels zwischen Frankreich und Deutschland vor dem Stade de France mehrere Bomben gezündet wurden.

Das EM-Finale und das Eröffnungsspiel zwischen Frankreich und Rumänien, die ebenfalls im Stade de France stattfinden sollen, werden dem «Bild»-Bericht zufolge als besonders gefährdet eingestuft. Mögliche Anschlagsziele seien zudem «symbolträchtige und «weiche» Ziele mit einer großen medialen Aufmerksamkeit und entsprechend hohen Opferzahlen.»

Auch die Fußball-Nationalmannschaften selbst seien gefährdet. «Ein erfolgreicher Anschlag auf Mannschaften von «Kreuzfahrernationen», zu denen Deutschland ebenfalls gezählt wird, hätte dabei besondere Signalwirkung.» Mit «Kreuzfahrer» seien christlich geprägte, westliche Staaten gemeint.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) wollte dazu keine Stellung nehmen. Aus der DFB-Zentrale hieß es lediglich, das BKA-Papier enthalte bekannte Sachverhalte und bedeute keine neue Sicherheitslage. Erst vor eineinhalb Wochen hatte Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff gesagt, nach den Pariser Anschlägen vom vergangenen November seien die Sicherheitsmaßnahmen für die EM noch einmal merklich ausgeweitet worden.

Die französischen Sicherheitskräfte arbeiten angesichts der Gefahrenlage ebenfalls unter Hochdruck. Die Anschläge von Paris und Brüssel hatten gezeigt, wie angreifbar das Massenevent in diesem Sommer sein wird. Frankreichs Präsident François Hollande versprach für die kontinentalen Titelkämpfe trotzdem «maximale Sicherheit».