Was seit Mittwoch im Ukraine-Konflikt wichtig war

Im Ukraine-Konflikt gab es auch an Weihnachten kaum Lichtblicke - mit Ausnahme eines großen Gefangenenaustauschs. Die Entwicklung während der westlichen Feiertage deutet aber nicht auf Entspannung hin.

Was seit Mittwoch im Ukraine-Konflikt wichtig war
Roman Pilipey Was seit Mittwoch im Ukraine-Konflikt wichtig war

Mehr als drei Monate nach ihren bisher letzten Friedensgesprächen haben die ukrainischen Regierungstruppen und die prorussischen Separatisten den Austausch aller Gefangenen vollzogen. Das meldete ein Korrespondent der Nachrichtenagentur Interfax am Freitag nach einem dreitägigen Nervenkrieg um Verhandlungen der Ukraine-Kontaktgruppe.

Die sonstigen Entwicklungen im Ukraine-Konflikt seit Mittwoch im Überblick:

OSTUKRAINE 1: Nach monatelanger Gefangenschaft lassen die prorussischen Separatisten und die ukrainischen Regierungstruppen insgesamt mehr als 370 Menschen wieder in Freiheit.

OSTUKRAINE 2: Eine am Freitag geplante zweite Runde der Friedensgespräche platzte in der weißrussischen Hauptstadt Minsk, nachdem sich die Konfliktparteien gegenseitig mangelnde Kompromissbereitschaft und Verstöße gegen die Waffenruhe vorgeworfen hatten.

OSTUKRAINE 3: Die humanitäre Lage in dem Bürgerkriegsgebiet Donbass verschlimmert sich von Tag zu Tag. Menschen hungern, leben in Unterkünften ohne Heizung, Wasser und Strom, wie Menschenrechtler berichten - die Ukraine hat eine Blockade verhängt.

KRIM: Auch die von Russland im März annektierte Schwarzmeerhalbinsel Krim wird zunehmend von einer Blockade der ukrainischen Regierung bedroht. Die Krim-Führung berichtet über ständige Stromabschaltungen. Zudem soll der Zugverkehr an diesem Wochenende gestoppt werden.

UKRAINE 1: Der nationale Sicherheitsrat der Ukraine erhält bei einer Parlamentssitzung in Kiew deutlich mehr Machtbefugnisse und hatte zuletzt Teilmobilmachungen angekündigt - für eine mögliche «Befreiung» des Donbass von den prorussischen Separatisten.

UKRAINE 2: Bei einer Haushaltsdebatte im Parlament in Kiew ist die Rede von einer massiven Erhöhung der Verteidigungsausgaben - zugleich sollen Sozialleistungen gekürzt werden, was zu Massenprotesten vor der Obersten Rada führte.

RUSSLAND 1: Nach Annahme eines neuen Gesetzes über das Ende der Blockfreiheit der Ukraine, die nun Nato-Mitglied werden will, stuft Russland die benachbarte Ex-Sowjetrepublik in einer geänderten Fassung der Militärdoktrin offiziell als Bedrohung ein.

RUSSLAND 2: Während im Westen Weihnachten gefeiert wird, testet die Atommacht - wie zuletzt auffällig oft - eine nuklear bestückbare Interkontinentalrakete. Militärs in Moskau kündigen zudem an, von 2018 oder 2019 an die einst von den USA zu Zeiten des Kalten Krieges gefürchteten Züge mit Atomraketen wieder in die Spur zu schicken.

RUSSLAND 3: Zum ersten Mal wirft Russland dem ukrainischen Militär offiziell vor, im Juli die malaysische Passagiermaschine MH17 mit 298 Menschen an Bord abgeschossen zu haben und präsentiert dafür einen «Zeugen» sowie den Namen des Piloten.