Wasser-Pipeline soll das Tote Meer retten

Mit einem Mammutprojekt wollen Israel, Jordanien und die Palästinenser das Tote Meer vor dem Austrocknen bewahren. Die drei Seiten wollen in Washington ein Abkommen zum Bau einer gemeinsamen Wasser-Pipeline unterzeichnen, die bis zu 400 Millionen Dollar (290 Mio Euro) kosten soll.

Wasser-Pipeline soll das Tote Meer retten
Oliver Weiken Wasser-Pipeline soll das Tote Meer retten

Damit soll Wasser aus dem Roten Meer in das 180 Kilometer nördlich gelegene Tote Meer gepumpt werden, das unter anderem wegen der massiven Nutzung des Süßwassers aus dem Fluss Jordan ständig von Austrocknung bedroht ist. Der Spiegel sinkt jedes Jahr durchschnittlich knapp einen Meter.

Den Plänen zufolge sollen 80 der jährlich 200 Millionen Kubikmeter Wasser in einer neuen Entsalzungsanlage in Jordanien zu Trinkwasser aufbereitet und an Jordanien, Israel und die Palästinenser verteilt werden. Umweltschützer kritisierten das Vorhaben und warnten vor «unumkehrbaren Folgen» für das bei Touristen beliebte Tote Meer.

Israels Wasser- und Energieminister Silvan Shalom hatte die Pläne als «historischen Prozess» bezeichnet. Das «Wall Street Journal» nannte das Abkommen inmitten politischer Spannungen zwischen Israelis und Palästinensern und den stockenden Friedensverhandlungen einen «seltenen Schritt». Die Unterzeichnung sollte im Hauptquartier der Weltbank stattfinden, wie eine Weltbank-Sprecherin bestätigte.