Wegen Unruhen in Kairo wird Prozess ohne Mubarak fortgesetzt

Der Prozess gegen den früheren ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak (85) und neun weitere Angeklagte ist aus Sicherheitsgründen ohne Mubaraks Anwesenheit fortgesetzt worden.

Auch seine beiden Söhne Alaa und Gamal sowie Ex-Innenminister Habib al-Adli wurden am Samstag von der Polizei nicht zum Gerichtssaal in der Polizeiakademie von Kairo gebracht. Nur sechs ehemalige Assistenten des früheren Innenministers Al-Adli standen diesmal vor Gericht.

Aus Sicherheitskreisen hieß es, die Polizei habe einen störungsfreien Transport Mubaraks zum Gerichtsgebäude aufgrund der angespannten Sicherheitslage nicht gewährleisten können.

Nach der gewaltsamen Räumung ihrer Protestlager in Kairo hatten Islamisten in den vergangenen Tagen zahlreiche öffentliche Gebäude attackiert und Straßen gesperrt. Langzeitpräsident Mubarak war im Februar 2011 nach tagelangen Massenprotesten von der Militärführung zum Rücktritt gezwungen worden.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, an der Tötung von mehr als 800 Demonstranten während der damaligen Proteste beteiligt gewesen zu sein. Außerdem geht es in dem Prozess, der wegen Verfahrensfehlern neu aufgerollt werden musste, um Korruptionsvorwürfe.