Wegweisendes Referendum in Bolivien

6,5 Millionen Bolivianer stimmen heute in einem Referendum über eine Verfassungsänderung ab, mit der Staatspräsident Evo Morales eine weitere Amtszeit erreichen will. Der frühere Kokabauer und erste indigene Präsident des Andenstaates ist seit 2006 im Amt und bis 2020 gewählt.

Wegweisendes Referendum in Bolivien
Georg Ismar Wegweisendes Referendum in Bolivien

Durch eine Änderung des Artikels 168 der Verfassung strebt er eine bisher nicht mögliche Wiederwahl und damit eine vierte Amtszeit bis 2025 an. Im Schnitt wuchs die Wirtschaft während seiner Präsidentschaft um 4,9 Prozent, vor allem dank der Einnahmen aus dem verstaatlichten Gasgeschäft.

Der Anteil der Armen konnte zudem deutlich reduziert werden. Kritiker werfen Morales und seiner Partei, der Bewegung zum Sozialismus (MAS), aber autoritäre Tendenzen vor. Überschattet wurde der Wahlkampf von einer Brandattacke von Demonstranten auf das Rathaus der zweitgrößten Stadt des Landes, El Alto, bei der sechs Menschen starben.

Der MAS hatte 2015 nach einer Korruptionsaffäre das Bürgermeisteramt in der einstigen Hochburg an Soledad Chapetón von der Oppositionspartei Unidad Nacional verloren - sie warf Parteigängern von Morales vor, für die Tragödie mitverantwortlich zu sein. Eine Umfrage sah zuletzt die Gegner vorn, Morales kündigte an, jedes Ergebnis zu akzeptieren.