Weiterer Mercedes-Crash für Monaco auf dem Index

In den Straßen von Monte Carlo herrscht Alarmstufe Silber. Zwei Wochen nach dem folgenreichen Crash von Barcelona sollten sich Nico Rosberg und Lewis Hamilton beim Klassiker der Formel 1 mit ihren Mercedes-Rennwagen besser nicht wieder in die Quere kommen.

Weiterer Mercedes-Crash für Monaco auf dem Index
Jens Büttner Weiterer Mercedes-Crash für Monaco auf dem Index

«Die Fahrer kennen unsere Maxime. Das Team ist dafür verantwortlich, ihnen die bestmöglichen Autos zu geben. Sie wiederum sind dafür zuständig, das Beste aus ihnen herauszuholen - und sie ins Ziel zu bringen», betont Teamchef Toto Wolff.

Als wenn das in Monte Carlo nicht eh schon eine Kunst für sich wäre, muss das Mercedes-Duo mehr denn je in den zurückliegenden rund zweieinhalb Jahren auch noch die Konkurrenz fürchten. Allen voran Ferrari mit Sebastian Vettel und Red Bull mit dem gerade mal 18 Jahre alten Shootingstar und Spanien-Sieger Max Verstappen.

«Monaco ist eines meiner Heimrennen und die ultimative Fahrer-Strecke», meint Rosberg - ein Schelm, der Böses dabei denkt und eine Spitze gegen den in den vergangenen drei Jahren von ihm im Fürstentum geschlagenen Hamilton vermutet.

Der Brite entspannte sich vor dem prickelnden Rendezvous mit Rosberg auf dem Asphalt erstmal auf den Filmfestspielen von Cannes. Den Abstecher über den Roten Teppich mit Cristiano Ronaldos Ex Irina Shayk ließ er sich im stylischen Outfit nicht nehmen. Er habe ihr gesagt, dass er eines Tages mal James Bond sein wolle und dass sie in dem Film dann mitspielen müsse, schrieb Hamilton bei Facebook zum Foto mit entsprechender Pose. Wer den Bösewicht bei 007 Hamilton spielen würde, ließ er offen.

Im aktuellen Formel-1-Streifen sind die Rollen auch nur bedingt verteilt. Hamilton entschuldigte sich beim Team, dem Vernehmen nach aber nicht bei Rosberg. Teamaufsichtsratschef Niki Lauda gab dem Briten die Schuld am Crash vor Kurve vier in der ersten Runde auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya. Wolff legte sich nicht fest, und die Formel-1-Verkehrspolizei wertete die Kollision schlichtweg als normalen Rennunfall.

Klar ist vor dem ultimativen Klassiker: Bloß nicht noch mal. Klar ist vor dem Kultrennen auf eigentlich viel zu schmalen Straßen und durch eigentlich viel zu enge Kurven aber auch: Das explosive Silberpfeil-Duo hat dort bereits für reichlich Zündstoff gesorgt. 2014 durch einen seltsamen Fahrfehler Rosbergs, der Hamilton keinen weiteren Versuch einer schnellen Runde in der Qualifikation ermöglichte, 2015 durch einen unfassbaren Strategiefehler des Teams zuungunsten des bis dahin souverän führenden Hamilton.

Und 2016? Hamilton muss unbedingt im Kampf um seinen dritten WM-Titel in Serie und den vierten insgesamt Punkte auf Rosberg aufholen. 43 Zähler Rückstand sind es bereits für den drittplatzierten Hamilton, nachdem der 31-Jährige seit dem WM-Titel und dem Sieg in Austin am 25. Oktober auf seinen nächsten Grand-Prix-Erfolg wartet.

Rosberg will dagegen die Vier: Den vierten Sieg in Monte Carlo nacheinander. Bislang gelang das erst einem Piloten: Ayrton Senna. Der Brasilianer bezwang den Kurs und seine Konkurrenz von 1989 an sogar fünfmal.

An Rosbergs Entschlossenheit zweifelt niemand mehr in diesem Jahr. Rosberg steckt nicht mehr zurück. Er machte das in Barcelona, was Hamilton an seiner Stelle genauso gemacht hätte: Die Tür zu, wie es im Rennfahrer-Jargon heißt. In Monaco gibt es aber nicht mal Platz für Türen. Und deswegen herrscht erst recht Alarmstufe Silber.