"Weltbürger" Roger Willemsen stirbt im Alter von 60 Jahren

Als Fernsehmoderator, Buchautor und Produzent hat Roger Willemsen das öffentliche Leben in Deutschland mitgeprägt. Nach seinem Tod mit 60 Jahren würdigt ihn SPD-Chef Gabriel als "brillanten Intellektuellen".

Roger Willemsen ist tot
Jens Kalaene Roger Willemsen ist tot

Der Bestsellerautor und frühere Fernsehmoderator Roger Willemsen ist tot. Er starb im Alter von 60 Jahren an den Folgen einer Krebserkrankung, wie sein Büro in Hamburg am Montag bestätigte. Demnach war Willemsen bereits am Vortag in seinem Haus in Wentorf bei Hamburg gestorben.

Der Publizist und Fernsehmann gehörte zu den bekanntesten deutschen Intellektuellen. Die Krebserkrankung war bei ihm im August vergangenen Jahres festgestellt worden - wenige Tage nach seinem 60. Geburtstag. Daraufhin sagte er alle öffentlichen Veranstaltungen ab.

Auf die Nachricht von Willemsens Tod reagierten auch Spitzenpolitiker betroffen. "Deutschland verliert einen brillanten Intellektuellen, einen Weltbürger im besten Sinne und eine bedeutende Stimme unseres Kulturlebens – intelligent, pointiert, streitbar", schrieb SPD-Chef Sigmar Gabriel am Montag auf Twitter.

Erfolge feierte Willemsen vor allem mit essayistischen Reisebüchern wie "Die Enden der Welt". Zuletzt landete er mit seinem Buch "Das Hohe Haus" (2014) einen Bestseller. Dafür hatte er ein Jahr lang das Geschehen im Bundestag von der Tribüne als Zuhörer verfolgt.

Im Fernsehen war Willemsen bereits ab 1991 für den Bezahlsender Premiere mit der Gesprächssendung "0137" zum Shootingstar in der Moderatorenwelt avanciert.

Mehr als 600 Interviews führte er: Von Audrey Hepburn bis zu Palästinenserführer Jassir Arafat waren viele Prominente dabei - darunter auch ein Bankräuber. Sein Anspruch, "genau zu sein", und seine besonders einfühlsame Gesprächsführung machten Willemsen und sein Magazin preiswürdig. 1992 wurde er unter anderem mit dem Bayerischen Fernsehpreis ausgezeichnet. Im Jahr darauf erhielt Willemsen den Adolf-Grimme-Preis in Gold.