Welterbetagung: Kassels Herkules auf Tagesordnung

In Kambodscha entscheidet sich in wenigen  Tagen, ob der Kasseler Herkules und die Wasserspiele auf der Wilhelmshöhe als einzigartiges Kulturdenkmal international gewürdigt werden.

Welterbetagung: Kassels Herkules auf Tagesordnung
Uwe Zucchi

Die Entscheidung fällt bei der Sitzung des Welterbe-Komitees der UN-Kulturorganisation (Unesco), die seit Sonntag bis Ende Juni in Phnom Penh tagt.

Voraussichtlich am kommenden Wochenende (21. bis 23. Juni) wird es um den Welterbetitel für den Bergpark Wilhelmshöhe in Kassel gehen.

Dem Komitee liegen Anträge aus 27 Ländern vor. Italien will den Vulkan Ätna in die Liste aufnehmen lassen, die Türkei die historische Innenstadt von Alanya und Indien den Großen Himalayapark. Das Komitee gibt nur grünes Licht, wenn die Bewerber sich verpflichten, die Stätten zu erhalten und zu schützen. Auf der Welterbeliste stehen schon 962 Kultur- und Naturdenkmäler, 37 davon in Deutschland: zum Beispiel das Wattenmeer, die Grube Messel bei Darmstadt sowie seit dem vergangenen Jahr das Markgräfliche Opernhaus Bayreuth.

Die Unesco betrachtet 38 Welterbestätten als gefährdet, darunter den Everglades-Nationalpark in Florida und die Geburtskirche Jesu in Jerusalem. Das Komitee prüft in den nächsten Tagen, ob die Stätten inzwischen besser geschützt werden. Koblenz will verhindern, dass das seit 2002 als Welterbe gelistete Obere Mittelrheintal auf dieser Liste landet. Der Denkmalbeirat Icomos, der die Unesco berät, verlangt den Abbau der Seilbahn über den Rhein, um den Welterbestatus zu erhalten. Dagegen wehren sich die Koblenzer.