Weltpresse steht bei Geheimdienst-Enthüllungen hinter «Guardian»

Die Weltpresse stärkt dem britischen «Guardian» bei seiner Berichterstattung über Aktivitäten von Geheimdiensten in Großbritannien und den USA den Rücken.

Weltpresse steht bei Geheimdienst-Enthüllungen hinter «Guardian»
Glenn Greenwald / Laura Poitras Weltpresse steht bei Geheimdienst-Enthüllungen hinter «Guardian»

Unter anderem drückten Chefredakteure und leitende Redakteure von «New York Times», «Le Monde» (Frankreich), «El Pais» (Spanien) «Haaretz» (Israel), «Washington Post» und «Neue Zürcher Zeitung» ihre Solidarität in Botschaften aus, die am Freitag im «Guardian abgedruckt wurden.

Aus Deutschland äußerten sich unter anderem «Spiegel»-Chefredakteur Wolfgang Büchner, sein Vorgänger Georg Mascolo und Frank Schirrmacher, Herausgeber der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» sowie die «Tagesspiegel»-Chefredakteure Stephan-Andreas Casdorff und Lorenz Maroldt.

«Die vornehmste Aufgabe des Journalisten ist es, Missbrauch offenzulegen und den Missbrauch von Macht», schreibt «Spiegel»-Chef Büchner. Der Chefredakteur der israelischen «Haaretz», Aluf Benn, argumentiert in die gleiche Richtung: «Journalisten haben nur eine Verantwortung: ihre Leser informiert und im Bilde zu halten über alles, was ihre Regierung in ihrem Namen tut - und das beinhaltet zuallererst Sicherheits- und Geheimdienstorganisationen, deren Natur es ist, bürgerliche Freiheiten zu brechen.»

Der «Guardian» hat in mehreren Veröffentlichungen offengelegt, wie der britische und der US-Geheimdienst selbst befreundete Staaten und Organisationen flächendeckend ausspionieren. Die britische Regierung verurteilt die Veröffentlichungen auf der Grundlage von Enthüllungen des US-«Whistleblowers» Edward Snowden und übte nach «Guardian»-Darstellung in der Vergangenheit Druck auf die Redaktion aus. Es würden auf diese Weise heikle Informationen in die Hände von Terroristen gelangen, lautet das Argument.