Weltweit Entsetzen über Mord an Nemzow

Die Ermordung des russischen Kremlkritikers Boris Nemzow hat weltweit Entsetzen, Trauer und Fassungslosigkeit ausgelöst. Unisono forderten Politiker von Moskau eine schnelle Aufklärung des Verbrechens.

US-PRÄSIDENT BARACK OBAMA forderte die russische Führung zu einer raschen, unvoreingenommenen und transparenten Untersuchung des Mordes auf. Moskau müsse sicherstellen, «dass jene, die für diese bösartige Tat verantwortlich sind, zur Rechenschaft gezogen werden», erklärte das Weiße Haus. Obama würdigte den Putin-Kritiker als unermüdlichen Fürsprecher seines Landes. «Ich habe es bewundert, wie mutig sich Nemzow dem Kampf gegen Korruption in Russland hingegeben hat.»

BUNDESKANZLERIN ANGELA MERKEL (CDU) äußerte sich bestürzt. Regierungssprecher Steffen Seibert teilte mit, die Kanzlerin fordere Russlands Präsidenten Wladimir Putin auf, «zu gewährleisten, dass der Mord aufgeklärt und die Täter zur Rechenschaft gezogen werden».

AUSSENMINISTER FRANK-WALTER STEINMEIER (SPD) sagte, Nemzows Tod mache ihn «traurig und wütend». Nemzow habe sich «gegen Korruption und Willkür» gestellt - sein Tod sei «ein schwerer Rückschlag für alle, die sich mutig für ein offenes Russland einsetzen».

Auch die EU-AUSSENBEAUFTRAGTE FEDERICA MOGHERINI zeigte sich schockiert. «Mit Empörung und tiefer Trauer habe ich von der brutalen Ermordung von Boris Nemzow erfahren», erklärte Mogherini in einer in Brüssel veröffentlichten Stellungnahme. Sie würdigte Nemzow als «starken Anwalt für eine moderne, blühende und demokratische Russische Föderation».

GROSSBRITANNIENS PREMIERMINISTER DAVID CAMERON erklärte: «Boris Nemzow ist tot. Aber die Werte, für die er eingestanden ist, werden niemals sterben.» Nemzow habe es sich zur Lebensaufgabe gemacht, das Wort für das russische Volk zu ergreifen. «Das hat er ohne Angst getan und Einschüchterung nie nachgegeben.» Cameron fügte hinzu: «Das russische Volk ist eines Verteidigers seiner Rechte beraubt worden.»

FRANKREICHS PRÄSIDENT FRANÇOIS HOLLANDE verurteilte den Mord als niederträchtig. Der frühere Vize-Ministerpräsident sei ein mutiger und unermüdlicher Verteidiger der Demokratie und ein erbitterter Kämpfer gegen die Korruption gewesen, so der Élysée-Palast.

DIE ITALIENISCHE REGIERUNG sprach von einem «barbarischen Mord». Wenige Tage vor einem Treffen von Regierungschef Matteo Renzi mit Putin in Moskau äußerte sie die Hoffnung, dass es eine sorgfältige Untersuchung geben werde und die Verantwortlichen schnell verurteilt würden.

Der LETTISCHE AUSSENMINISTER EDGARS RINKEVICS erklärte: «Dieser Mord setzt eine besorgniserregende Tendenz in der russischen Innenpolitik fort und weist auf die in Russland herrschende Intoleranz gegenüber Andersdenkenden hin.» Lettland hat derzeit den EU-Ratsvorsitz inne.

Auch die BALTISCHEN NACHBARSTAATEN zeigten sich betroffen: «Schrecklicher und feiger Mord. Schockierend», schrieb Estlands Außenministerin KEIT PENTUS-ROSIMANNUS im Kurznachrichtendienst Twitter. «Tieftraurig, wenn Stimmen der Demokratie in Russland getötet werden», betonte ihr litauischer Kollege LINAS LINKEVICIUS. Litauens Staatspräsidentin DALIA GRYBAUSKAITE twitterte: «Der Mord an Boris Nemzow zeigt, dass Russland in die Finsternis des Terrors gegen die eigene Bevölkerung abrutscht».

FINNLANDS PREMIERMINISTER ALEXANDER STUBB zeigte sich via Twitter ebenfalls schockiert. «Ich verurteile diese Tat und hoffe, dass die politische Führung und die Justiz ihr Äußerstes tun werden, um den politischen Mord unverzüglich und transparent zu untersuchen.» FINNLANDS PRÄSIDENT SAULI NIINISTO, der Nemzow persönlich kannte, sprach im Sender YLE von einem «grausamen und verwerflichen Akt».