Weniger Menschen spenden - dafür aber mehr

Trotz der Flüchtlingskrise ist die Spendenbereitschaft der Menschen in Deutschland einer Studie zufolge gesunken.

Weniger Menschen spenden - dafür aber mehr
Karl-Josef Hildenbrand Weniger Menschen spenden - dafür aber mehr

42 Prozent der Bundesbürger unterstützen in den zwölf Monaten bis Oktober 2015 eine gemeinnützige Organisation, wie der Deutsche Fundraising Verband unter Berufung auf den TNS-Infratest Spendenmonitor mitteilte.

Im Vorjahreszeitraum seien es noch 45 Prozent gewesen. Dafür stieg allerdings die Höhe der Durchschnittsspende von 128 Euro auf 146 Euro. Damit wuchs den Angaben zufolge auch die Gesamtsumme der Geldspenden von Privatpersonen um knapp 300 Millionen Euro.

Besonders gravierend sei der Rückgang im mittleren Alterssegment zwischen 30 und 64 Jahren, klagt der Fundraising Verband. Dort spendeten demnach rund fünf bis sechs Prozent weniger als im Vorjahr. «Wer sich angesichts der aktuellen Zahlen über höhere Spendensummen freut, denkt zu kurzfristig», erklärte Arne Peper, Geschäftsführer des Deutschen Fundraising Verbands. «Wenn dieser Trend anhält, werden die gemeinnützigen Organisationen in zehn Jahren große Probleme bekommen. Menschen im Alter über 60 Jahre sind seit jeher die tragende Spendersäule der gemeinnützigen Organisationen.»