Werder verliert auch in Wolfsburg - Weiter ohne Sieg

Werder Bremen rutscht immer tiefer in die Krise. Der norddeutsche Traditionsclub verlor beim VfL Wolfsburg 1:2 (1:1), kassierte damit die dritte Niederlage in Serie und steht jetzt auf dem vorletzten Platz der Fußball-Bundesliga.

Werder verliert auch in Wolfsburg - Weiter ohne Sieg
Peter Steffen Werder verliert auch in Wolfsburg - Weiter ohne Sieg

Während die noch sieglosen Bremer bereits am sechsten Spieltag im Abstiegskampf stecken, schoben sich die Wolfsburger ins Mittelfeld der Tabelle. Die Tore für den VfL erzielten vor 29 117 Zuschauern Ricardo Rodriguez (15.) und Ivica Olic (56.). Für Werder traf nur Marnon Busch (37.) mit seinem ersten Bundesliga-Tor.

Trainer Robin Dutt trat nach dem Abpfiff wutentbrannt eine Trinkflasche weg. «Es ist nicht einfach. Wir sind erneut am schlechten Abwehrverhalten gescheitert», stellte Dutt enttäuscht fest. «Das ist natürlich sehr ärgerlich. Wir zahlen unglaublich viel Lehrgeld», fügte er mit Blick auf seine Talente hinzu. «Das 1:0 war ein individueller Fehler, genau wie das zweite. Wir müssen weiter an uns arbeiten, wir brauchen einfach Punkte», erklärte Youngster Busch und gab die Devise für die kommenden Tage aus: «Fehler analysieren, trainieren und dann drei Punkte holen gegen Freiburg.»

VfL-Trainer Dieter Hecking war trotz des zweiten Erfolges nicht restlos zufrieden: «Das ganze Spiel hat alles gezeigt, was wir in den letzten Wochen moniert haben. Wir haben das Spiel verdient gewonnen, aber auch Phasen drin gehabt haben, wo wir Werder haben Luft holen lassen», erklärte Hecking.

Unter besonderer Beobachtung stand am Samstag der kämpferisch auftretende Aaron Hunt. Nach 13 Jahren in Bremen war der Mittelfeldspieler im Sommer nach Wolfsburg gewechselt und zeigte bei seinem ersten Einsatz gegen seinen Ex-Club eine durchwachsene Darbietung. Der erst zum zweiten Mal in der VfL-Startformation berücksichtigte Hunt bewegte sich sehr viel und bot sich immer wieder als Anspielstation an. Akzente setzte der 27-Jährige indes nur selten und vergab in der 68. Minute mit der Hacke das dritte VfL-Tor. Kurz danach wurde er ausgewechselt. «Ich kann damit leben, dass er nicht reingegangen ist», meinte Hunt angesichts des Sieges.

Impulse gaben andere. In der auf insgesamt vier Positionen veränderten Startelf der Wolfsburger sorgte ein weiterer Ex-Bremer für die Vorbereitung des ersten Treffers. Kevin De Bruyne, in der Saison 2012/13 bei Werder, schickte nach einer vermurksten Bremer Ecke Linksverteidiger Rodriguez steil, und der Schweizer Abwehrmann erzielte seinen dritten Saisontreffer.

Beim zweiten Treffer war es der zur Halbzeit für den verletzten Sebastian Jung gekommene Vieirinha, der die Vorarbeit mit einer weiten Flanke leistete: Olic drückte sie mit einem Flugkopfball gegen die Laufrichtung von Werder-Keeper Raphael Wolf ins Netz. «Ich wollte einfach gewinnen, wir haben schon ein paar freie Punkte verschenkt. Die ganze Mannschaft ist sehr glücklich, das wird uns nach vorne bringen», sagte Olic.

Im Bremer Mittelfeld wurde ein ballsicherer Spieler wie Hunt, in der Vorsaison noch einer der wenigen Lichtblicke, schmerzlich vermisst. Dem Aufbauspiel der Gäste mangelte es wieder an Zielstrebigkeit und Genauigkeit. Für die erste gefährliche Aktion im Wolfsburger Strafraum sorgte ausgerechnet VfL-Keeper Diego Benaglio, als er Nils Petersen in der 14. Minute aus kurzer Distanz an den Kopf schoss. Besser machte es der junge Rechtsverteidiger Busch. Der 19-Jährige bestrafte die unachtsame VfL-Deckung nach einer Vorlage von Fin Bartels und rehabilitierte sich für seinen Fehler vor der Wolfsburger Führung. Mehr als dieser Treffer gelang Werder aber nicht.

Ballbesitz in %: 58,7 - 41,3

Torschüsse: 18 - 8

gew. Zweikämpfe in %: 52,9 - 47,1

Fouls: 11 - 12

Ecken: 8 - 5

Quelle: optasports.com