Westafrikanische Präsidenten: Ebola-Kampf muss weitergehen

Bei der Bekämpfung der Ebola-Epidemie haben die Präsidenten der von Ebola erschütterten Länder Westafrikas vor Ermüdungserscheinungen gewarnt.

Die vollständige Ausrottung der Seuche sei eine schwierige Aufgabe, mahnte etwa der Präsident von Guinea, Alpha Condé, bei einer internationalen Konferenz am Dienstag in Brüssel. «Es ist einfacher von hundert (Krankheitsfällen) auf zehn zu kommen als von zehn auf null.»

Ebola hat in Guinea, Sierra Leone und Liberia nach Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bisher mehr als 9500 Tote gefordert, Verdachtsfälle eingeschlossen. Allerdings sinken die Zahlen der Neuansteckungen inzwischen.

«Unsere drei Länder beginnen, über die tödliche Krankheit zu triumphieren, die die Souveränität jedes unserer Länder bedroht hat», sagte Liberias Präsidentin Ellen Johnson Sirleaf. Allerdings seien weitere Anstrengungen nötig, damit es irgendwann keine neuen Ansteckungen gebe.

Die Bundeswehr beendet derweil ihren Einsatz für Ebola-Kranke in Liberia. «In den nächsten Tagen werden die letzten Soldaten ausgeflogen, zuerst die freiwilligen Helfer, danach das Unterstützungsteam», sagte ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums. Die Luftbrücke werde dann zum Monatsende eingestellt.

Nach dem Weggang der Bundeswehr soll das Deutsche Rote Kreuz mit rund 25 internationalen Delegierten in Monrovia bleiben und das Behandlungszentrum, das mit Hilfe der Bundeswehr aufgebaut worden war, mit lokalen Angestellten weiterführen.

Bei der Konferenz ging es um eine Zwischenbilanz im Kampf gegen Ebola und um eine Abstimmung über das weitere Vorgehen - auch bei der tatsächlichen Auszahlung in Aussicht gestellter Gelder. Die internationale Gemeinschaft hat nach Angaben des Konferenzvorsitzes bisher 5,1 Milliarden Dollar (etwa 4,55 Milliarden Euro) zugesagt. Davon seien ungefähr 2,4 Milliarden Dollar (knapp 2,15 Mrd. Euro) ausgezahlt worden.

Neue Finanzzusagen gab es bei der Konferenz in Brüssel nicht. Allerdings planen die Vereinten Nationen eine Geberkonferenz für Ende Mai, wie Helen Clark vom UN-Entwicklungsprogramm ankündigte. Auch bei der Frühjahrstagung der Weltbank Mitte April soll Ebola Thema sein und im Juli will die Afrikanische Union eine Konferenz zum Wiederaufbau organisieren.

Im Rückblick auf den in der Anfangsphase stockenden Kampf gegen die Krankheit sagte der Ebola-Beauftragte der Bundesregierung, Walter Lindner: «Da müssen wir alle Lehren draus ziehen, vor allem, dass wir zu spät dran waren.» Nur die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen habe rasch reagiert. Das Wichtigste sei, dass die internationale Gemeinschaft bei der nächsten Krise schneller antworte.