Widersprüchliche Aussagen zur Lage in Kundus

Regierungstruppen haben die nordafghanische Provinzhauptstadt Kundus nach offiziellen Angaben weitgehend von den Taliban zurückerobert. Nur in den Randgebieten von Kundus-Stadt hielten sich noch Aufständische auf, die bald von dort vertrieben würden.

Widersprüchliche Aussagen zur Lage in Kundus
Najim Rahim Widersprüchliche Aussagen zur Lage in Kundus

Provinzgouverneur Hamdullah Daneschi sagte: «Im Moment können wir wegen der andauernden Operation keine Angaben zu Opferzahlen der Sicherheitskräfte machen. Aber in den Kämpfen der vergangenen drei Tage sind Hunderte Taliban getötet worden.»

Die Taliban dementierten, dass sie Kundus verloren hätten. «Unsere Kräfte haben sich nicht zurückgezogen, wir haben die Stadt immer noch unter Kontrolle», sagte Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid am Morgen. «Letzte Nacht sind afghanische Sicherheitskräfte gemeinsam mit Amerikanern für eine halbe Stunde in die Stadt gekommen.» Nach schweren Gefechten hätten sich die Sicherheitskräfte wieder zurückgezogen.

Der Sprecher des Innenministeriums, Sedik Sedikki, hatte bereits in der Nacht über Twitter mitgeteilt, Spezialkräfte kontrollierten die Stadt. «Sie wurde zurückerobert.» Zuvor war die von den USA mit Luftschlägen unterstützte Gegenoffensive der Regierung wirkungslos gewesen.

Zwei Jahre nach dem Abzug der Bundeswehr aus Kundus hatten die radikalislamischen Taliban die Stadt am Montag überrannt. Kundus war die erste Provinzhauptstadt, die seit dem Sturz des Taliban-Regimes Ende 2001 von den Aufständischen erobert wurde.