Atomverhandlungen mit dem Iran: Chefdiplomaten zurückerwartet

Beim Ringen um eine Beilegung des Atomstreits mit dem Iran hat sich auch am Mittwoch zunächst kein Erfolg abgezeichnet. Die Chefdiplomaten der sieben beteiligten Staaten wollten ab Donnerstag weiter über Lösungen für die letzten strittigen Punkte beraten.

Die Außenminister aus Deutschland, Frankreich und Großbritannien werden am Abend am Verhandlungsort in Wien zurückerwartet.

Der Iran legte nach eigenen Angaben einen «neuen konstruktiven Vorschlag» auf den Tisch. Details dazu wurden zunächst nicht bekannt. Streitpunkt waren zuletzt die Inspektionen von Atom- und Militäranlagen durch die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) und die zeitliche Abfolge der Aufhebung von Sanktionen. Bis auf zwei, drei Themen sei das Abkommen fertig, sagte der iranische Vizeaußenminister Abbas Araghchi. Diese könnten aber nur von den Außenministern entschieden werden.

In den vergangenen Tagen soll es mehrmals zu Spannungen zwischen Irans Außenminister Mohammed Dschawad Sarif, seinem US-Gegenpart John Kerry und auch anderen Chefdiplomaten gekommen sein, hieß es aus Delegationskreisen und in Medienberichten aus Teheran. «Drohen Sie niemals einem Iraner», warnte Sarif demnach laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Irna die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini. Sarif habe nur den allergrößten Respekt für die EU-Außenbeauftragte, twitterte später jedoch ein iranischer Diplomat.

Eine ursprüngliche Frist für eine Einigung war am Dienstag um «mehrere Tage» verlängert worden. Die 5+1-Gruppe (USA, Russland, China, Großbritannien, Frankreich und Deutschland) will den Iran in einem Abkommen verpflichten, sein Atomprogramm zu begrenzen und so die etwaige Entwicklung einer Nuklearwaffe unmöglich machen. Der Iran seinerseits dringt auf die Aufhebung der Wirtschaftssanktionen.