Harte Worte im Atom-Poker: «Drohen Sie niemals einem Iraner»

Bei den Atomverhandlungen mit dem Iran liegen offenbar die Nerven blank.

Harte Worte im Atom-Poker: «Drohen Sie niemals einem Iraner»
Maurizio Gambarini Harte Worte im Atom-Poker: «Drohen Sie niemals einem Iraner»

In den vergangenen Tagen soll es mehrmals zu lautstarken Auseinandersetzungen zwischen Irans Außenminister Mohammed Dschawad Sarif, seinem US-Gegenpart John Kerry und auch anderen Chefdiplomaten gekommen sein, hieß es aus Delegationskreisen und in Medienberichten aus Teheran.

«Drohen Sie niemals einem Iraner», warnte Sarif demnach laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Irna vom Mittwoch die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini. Russland solle man ebenfalls nicht drohen, habe der russische Außenminister Sergej Lawrow hinzugefügt, berichtete Irna.

Bei dem Schlagabtausch während eines Treffens der Außenminister der sieben beteiligten Staaten am Verhandlungsort in Wien soll es iranischen Diplomaten zufolge um das Thema Waffenembargo gegangen sein. Iranische Diplomaten betonten später jedoch, Sarif habe nur den allergrößten Respekt für die EU-Außenbeauftragte. Gewisse Differenzen kämen in solchen Verhandlungen vor, twitterte ein Diplomat.

Die 5+1-Gruppe (die UN-Vetomächte USA, Russland, China, Frankreich, Großbritannien sowie Deutschland) verhandeln mit Teheran über eine Begrenzung seines Atomprogramms.

Die Verlängerung der Atomverhandlungen mit dem Iran haben indes Zweifel an einem erfolgreichen Ausgang der Gespräche aufkommen lassen. Es werde außerordentlich schwer, die letzten Hürden aus dem Weg zu räumen, sagte ein westlicher Diplomat in Wien.

Der Iran hatte nach eigenen Angaben einen «neuen konstruktiven Vorschlag» auf den Tisch gelegt. Details dazu wurden aber nicht bekannt. Streitpunkt waren zuletzt die Inspektionen von Atom- und Militäranlagen durch die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) und die zeitliche Abfolge der Aufhebung von Sanktionen.

Bis auf zwei, drei Themen sei das Abkommen fertig, sagte der iranische Vizeaußenminister Abbas Araghchi. Diese könnten aber nur von den Außenministern entschieden werden.