Leid und Tod durch Drogen: 187 000 sterben durch Sucht

Der Anbau von Mohn zur Produktion von Opium und Heroin hat nach Angaben der Vereinten Nationen ein beispielloses Ausmaß erreicht. In Afghanistan, Laos und Myanmar werde der Mohn inzwischen auf fast 350 000 Hektar angebaut, geht aus dem in Wien vorgestellten Weltdrogenbericht hervor.

Dabei bleibt Afghanistan mit 224 000 Hektar die bei weitem wichtigste Opium-Quelle weltweit. «Der Anbaurekord bei Mohn in Afghanistan ist eine enorme Herausforderung für das Land und die internationale Gemeinschaft», heißt es in dem Bericht weiter. Afghanistan produziert rund 80 Prozent des Rohopiums weltweit, das der Grundstoff für Heroin ist.

Die Experten der UN zeigen sich darüber hinaus skeptisch, was die Legalisierung von Cannabis angeht. Es gebe auf dem Markt eine Vielzahl von Cannabis-Produkten, «von denen einige schädlicher erscheinen als ihre Vorgänger». Angesichts von Hinweisen, dass Cannabis-Gebrauch zu Hirnschäden führe, müsse diese Entwicklung sehr genau verfolgt werden. In den USA haben mehrere Bundesstaaten den Gebrauch von Cannabis erlaubt. Laut UN konsumiert jeder vierte Oberstufen-Schüler in den USA die Droge.

Weltweit ist die Zahl der Drogenkonsumenten in etwa gleichgeblieben. Nach UN-Schätzungen haben im vergangenen Jahr rund 246 Millionen Menschen illegale Drogen genommen. Regelrecht drogenabhängig oder durch die Drogen krank seien etwa 27 Millionen Menschen - das entspreche fast der Zahl der Einwohner eines Staates wie Malaysia. Rund 1,65 Millionen Drogenabhängige hätten die Immunschwäche HIV. «Eine nicht akzeptierbare Zahl von Drogennutzern stirbt vorzeitig - allein 2014 waren es 187 000», hieß es.

Bei der Verteilung der Drogen spiele Afrika als Transitland eine immer wichtigere Rolle. Schmuggler würden die Ware auf kleinen Schiffen nach Ostafrika bringen. Die Behörden hätten 2014 in Booten auf dem Indischen Ozean 2200 Kilo Heroin sichergestellt.

Neben dem Kampf gegen illegale Drogen gehen die UN-Experten auch auf Tabak und Alkohol ein. Wer früh mit Rauchen und Alkohol beginne, neige eher zum Cannabis-Konsum. «Die Vermeidung von Alkohol und Tabak ist relevant für die Vorbeugung gegen Drogen.» Als sehr wirksam hätten sich höhere Preise herausgestellt. Schon eine Preiserhöhung von zehn Prozent für Zigaretten und Alkohol habe nach bisherigen Erkenntnissen einen spürbaren Rückgang beim Konsum zur Folge.