Wiener Neujahrskonzert: Gedenken an den Ersten Weltkrieg

Das traditionelle Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker legt in diesem Jahr einen Schwerpunkt auf das Gedenken an den Ausbruch des 1. Weltkriegs.

Wiener Neujahrskonzert: Gedenken an den Ersten Weltkrieg
Hans Punz Wiener Neujahrskonzert: Gedenken an den Ersten Weltkrieg

Erstmals werde der «Friedenspalmen Walzer» von Josef Strauss gespielt, kündigte Orchester-Vorstand Clemens Hellsberg am Freitag in Wien an.

Mit Daniel Barenboim am Pult hätten die Philharmoniker bewusst einen Dirigenten eingeladen, der mit seinem West-Eastern Divan Orchestra für Frieden und Menschenrechte eintrete. Barenboim dirigiert das nach ORF-Angaben «meistgesehene Kultur-Ereignis der Welt» nach 2009 zum zweiten Mal.

Am 28. Juni wollen die Philharmoniker obendrein ein Konzert in Sarajevo geben, wo 1914 die Ermordung des österreichischen Thronfolgers Franz Ferdinand den Anlass für die Entfesselung des 1. Weltkrieg lieferte.

«Das bewegt mich sehr», meinte Barenboim zur Einladung des Orchesters. Er habe zunächst gezögert, da es nach seinem Eindruck schwer sei, beim zweiten Mal etwas «Außergewöhnliches» abzuliefern.
Dass das Publikum bei manchem Walzer auch rhythmisch klatsche, störe ihn nicht. «Wir sind zu akademisch geworden. Wenn Applaus so spontan aus dem Bauch kommt, soll man das akzeptieren», meinte der 71-jährige Generalmusikdirektor der Berliner Staatsoper Unter den Linden.

Neben den Walzerkönigen wird dieses Jahr auch Richard Strauss geehrt. Zum 150. Geburtstag des Komponisten erklingt die «Mondscheinmusik» aus seiner Oper «Capriccio».

Das mit seinen rund 20 Walzern und Polkas aus der Strauss-Dynastie beliebte Konzert wird laut ORF-Intendant Alexander Wrabetz diesmal in 92 Länder übertragen. Etwa 40 bis 50 Millionen Menschen werden die Übertragung aus dem Wiener Musikverein am 1. Januar sehen.