Wiener Staatsoper hat globalen Markt fest im Blick

Die Wiener Staatsoper will bei der digitalen Vermarktung ihrer Produktionen Maßstäbe setzen. Der vor knapp zwei Monaten gestartete kostenpflichtige Livestream werde technisch und inhaltlich noch deutlich weiterentwickelt, kündigte Projektleiter Christopher Widauer am Mittwoch in Wien an.

Wiener Staatsoper hat globalen Markt fest im Blick
Jens Kalaene Wiener Staatsoper hat globalen Markt fest im Blick

Die Übertragungen würden bald in UHDTV-Qualität, also noch einmal deutlich brillanter als bei Full-HD, den Usern zur Verfügung stehen. «Wir sind damit sehr weit voraus», meinte Widauer mit Blick auf andere Livestream-Angebote. Außerdem würden die Untertitel zu den Opern bald auch auf Chinesisch sowie weiteren Sprachen angeboten.

Mit der Digital-Offensive will das renommierte Haus weltweit neue Einnahmen erzielen. «In China gibt es mehr Musikstudenten als Österreich Einwohner hat», sagte Widauer zum langfristigen Potenzial. Die 14 Euro, die ein Livestream kostet, werden nach seinen Worten sehr unterschiedlich wahrgenommen. In Tokio koste eine Kinokarte doppelt soviel. In anderen Teilen der Welt sei diese Kosten-Schwelle für Opernfans durchaus spürbar. Mit «einigen hundert» Nutzern bewege sich die Resonanz auf die bisher drei übertragenen Opern im zunächst erwarteten Rahmen. Nächstes Ziel seien durchschnittlich 1500 Zuschauer per Livestream.

Da der aufwendige Livestream eigenproduziert sei und die Investitionen von Sponsoren getragen worden seien, könne ein fairer Teil der Einnahmen an die Künstler fließen. Die Zahl der per Livestream übertragenen Opern werde im nächsten Jahr zunehmen. Als erstes Ballett steht «Der Nussknacker» am 28. Dezember an.