Williams müht sich ins Finale - Djokovic stoppt Thiem

Serena Williams greift erneut nach dem Rekord von Steffi Graf, Novak Djokovic will mit dem ersten French-Open-Triumph endlich seinen persönlichen Grand Slam perfekt machen.

Williams müht sich ins Finale - Djokovic stoppt Thiem
Stephan Mueller Williams müht sich ins Finale - Djokovic stoppt Thiem

Der Tennis-Weltranglisten-Erste stoppte im Halbfinale den Österreicher Dominic Thiem mit 6:2, 6:1, 6:4. Am Sonntag nimmt der Schützling von Boris Becker den vierten Anlauf, um nach den anderen drei wichtigsten Turnieren auch das Grand-Slam-Event in Paris zu gewinnen.

Dann wartet entweder sein Vorjahres-Bezwinger Stan Wawrinka aus der Schweiz oder der schottische Weltranglisten-Zweite Andy Murray. «Ich bin in der Situation, von der ich all die Jahre träume. Ich hoffe, dass ich weiter so gut spiele», sagte der Serbe am Freitag.

Die Weltranglisten-Erste Serena Williams ist vor dem Endspiel gegen Final-Debütantin Garbiñe Muguruza aus Spanien am Samstag nicht topfit. Nach dem glücklichen 7:6 (9:7), 6:4 im Halbfinale gegen die Niederländerin Kiki Bertens räumte sie Adduktorenproblem ein. Muguruza zog am Freitag mit 6:2, 6:4 gegen die Australierin Samantha Stosur in ihr erstes Finale in Paris ein.

Schon in Wimbledon gab es im vergangenen Jahr dieses Duell um den Titel, damals verlor Muguruza. Nun will die Nummer vier der Welt am Samstag verhindern, dass Williams den 22. Einzeltitel bei einem Grand-Slam-Turnier holt und die Profi-Bestmarke von Graf egalisiert. Bei den Australian Open hatte Angelique Kerber dies verhindert.

Vor zwei Jahren hatte Muguruza in Paris als Außenseiterin in Runde zwei sensationell klar gewonnen. «Ich habe so viel daraus gelernt», sagte Williams rückblickend. «Ich hasse es zu verlieren, aber wenn ist es tue, hoffe ich wenigstens, dass es sich gelohnt hat.»

Der vierte Triumph im Stade Roland Garros nach 2002, 2013 und 2015 ist nach zwei mühsamen Siegen binnen zwei Tagen alles andere als sicher. In einem mitunter bizarren Halbfinale war Williams und Bertens anzumerken, dass beide angeschlagen waren. Die Favoritin leidet nach Angaben der früheren Wimbledonsiegerin Marion Bartoli im französischen Fernsehen unter Adduktorenbeschwerden. «Ich habe gehört, dass sie das gesagt hat, ich muss sie mal fragen. Ja, ich hatte ein paar Probleme. Aber es ist, wie es ist», meinte Williams.

Bertens hatte wegen einer Verletzung an der linken Wade morgens sogar erwogen, gar nicht anzutreten. Auch angesichts von nur zwölf Grad trug sie eine wärmende Leggins. Wie schon beim ersten Duell im vorigen Jahr bei den US Open konnte die 24-Jährige ihre Chancen nicht nutzen. Beim Stand von 5:3 vergab sie den ersten Satzball mit einer Vorhand, nach zwei krassen Volley-Fehlern von Williams im Tiebreak dann auch den zweiten. Williams nutzte ihre zweite Möglichkeit und stieß einen Schrei aus. Bei den Seitenwechseln wirkte sie dagegen fast apathisch, während sie auf ihrem Stuhl saß. Mit dem vierten Matchball beendete sie Bertens' Serie von zwölf Siegen, die in der Qualifikation des Nürnberger Turniers vor drei Wochen begann.

Eindeutiger verlief parallel das zweite Semifinale. Muguruza musste nur bangen, als die 32-jährige Ex-Finalistin Stosur nach der 5:2-Führung im zweiten Satz noch einmal verkürzte. Als bislang letzte Spanierin hatte vor 16 Jahren Conchita Martinez das Endspiel im Stade Roland Garros erreicht. Die in Venezuela geborene Muguruza traut sich einen weiteren Erfolg gegen Williams trotz einer 1:3-Bilanz zu. «Ich muss meine Emotionen kontrollieren und hoffen, dass ich den Titel gewinne. Warum nicht?», fragte sie.