Winter-WM alternativlos - Aber: Wann ist das Finale 2022?

Das FIFA-Exekutivkomitee legt bei seiner Sitzung am Donnerstag und Freitag in Zürich das genaue Datum der Fußball-WM 2022 in Katar fest. Die Termin-Task-Force des Weltverbandes empfahl ein Turnier von Ende November bis Ende Dezember.

Winter-WM alternativlos - Aber: Wann ist das Finale 2022?
Stringer Winter-WM alternativlos - Aber: Wann ist das Finale 2022?

An diese Richtschnur werden sich die Funktionäre halten. Detailfragen sind aber noch offen und könnten neue Kontroversen auslösen.

Nein. Die Vorgabe der Termin-Task-Force ist so eindeutig, dass das FIFA-Exekutivkomitee dieser folgen wird. Die erste Winter-WM wird bei der Sitzung in Zürich beschlossen, zumal der Zeitrahmen auch den Wunschvorstellungen von FIFA-Chef Joseph Blatter entspricht. Alles andere wäre eine Sensation und würde den Weltverband in enorme Probleme stürzen.

Es geht wie so oft ums Geld. Die europäischen Ligen und Vereine pochen jetzt schon auf Entschädigungszahlungen. Jeder Tag, an dem der Spielbetrieb in Premier League oder Bundesliga wegen des ungewöhnlichen WM-Termins unterbrochen werden muss, kann die Forderungen in die Höhe treiben. Die FIFA-Funktionäre müssen genau abwägen, wielange die WM dauern muss und wann sie spätestens enden soll. Generalsekretär Jérôme Valcke brachte schon eine Verkürzung um bis zu vier Tage ins Spiel. Eine Streichung des Achtelfinales, wie von Ex-DFL-Funktionär Andreas Rettig vorgeschlagen, ist aber keine ernsthafte Option.

FIFA-Chef Blatter ist für ein Turnier vom 18. November bis 18. Dezember. Dann könnte die englische Premier League wohl an ihrem traditionellen Spieltag am 26. Dezember festhalten und das Finale würde am Nationalfeiertag Katars stattfinden. Die UEFA ist eher für ein späteren Turnierbeginn und ein möglichst spätes Finale am 23. Dezember, damit die Champions League und die Länderspiele im Oktober noch stattfinden können. Es sieht wieder nach einem Machtkampf zwischen Blatter und UEFA-Boss Michel Platini aus.

Eine WM im Sommer kam angesichts der Temperaturen in Katar nie ernsthaft in Betracht, auch wenn die FIFA lange brauchte, um ihren gravierenden Fehler bei der Turniervergabe einzugestehen. Im Januar/Februar 2022 kann nicht gespielt werden, weil eine Kollision mit Winter-Olympia Sponsoren verschrecken würde. Der Termin im April/Mai geht laut FIFA nicht, weil die Temperaturen auch schon zu hoch sind und im Fastenmonat Ramadan die Turnierorganisation unmöglich wäre. Eine Verlegung ins Frühjahr 2023 scheitert an den klaren Verträgen der FIFA mit TV und Sponsoren, in denen von einem Turnier im Jahr 2022 die Rede ist.

Die Korruptionsvorwürfe sind praktisch vom Tisch. Die FIFA-Ethikkommission stellte zwar Vergehen einzelner Protagonisten der FIFA fest, für einen WM-Entzug sahen die Regelhüter aber keinen Anlass - wie die Katarer nun immer wieder gerne betonen. Eventuell könnte die geforderte Veröffentlichung des kompletten Untersuchungsberichts von Ex-Chef-Ermittler Michael Garcia noch mal Bewegung bringen. Gravierende Konsequenzen wird es aber kaum geben. Die Themen Menschenrechte und Arbeitsbedingungen hingegen werden wohl bis zur WM akut bleiben. Die deutschen Funktionäre Theo Zwanziger und Wolfgang Niersbach - sonst praktisch nie einer Meinung - mahnten gerade wieder ein konsequente Einhaltung der internationalen Standards an.