Wintereinbruch in den Alpen: Schulen geschlossen - Kein Strom

Partenkirchen (dpa) - Umgestürzte Bäume auf Straßen und Stromleitungen, schneebedeckte Fahrbahnen und Gehwege: Ein heftiger Wintereinbruch mitten im Herbst hat am Alpenrand für erhebliche Behinderungen gesorgt.

Am schlimmsten erwischte es am Freitag den Landkreis Garmisch-Partenkirchen. Unter der Last des nassen Schnees fielen viele noch laubtragende Bäume um. Es kam zu zahlreichen Verkehrsunfällen, die aber überwiegend glimpflich ausgingen. In 12 000 Haushalten am Alpenrand fiel stundenlang der Strom aus. Ab dem Mittag normalisierte sich die Lage aber wieder.

Nach stundenlangem Schneefall hatte das Landratsamt in Garmisch-Partenkirchen am Morgen verfügt: Alle Schulen im Landkreis bleiben geschlossen. Auch zahlreiche Kindertagesstätten blieben zu. Die Behörde empfahl zudem allen Einwohnern, zu Hause zu bleiben, weil umstürzende Bäume Fußgänger und Autofahrer gefährdeten. Ein Polizeisprecher warnte Autofahrer davor, auf Nebenstraßen auszuweichen. Gefahrguttransporter mussten auf Parkplätzen warten, bis die Straßenverhältnisse sich besserten.

Die Bundesstraße 2 war zwischen Garmisch-Partenkirchen und Mittenwald gesperrt, weil 15 Bäume die Fahrbahn blockierten. Bis zum Mittag wurden fast alle Sperren aber wieder aufgehoben, wie ein Polizeisprecher berichtete. Feuerwehren und Technisches Hilfswerk hatten in einem Großeinsatz die Hindernisse aus dem Weg geräumt. Umgestürzte Bäume behinderten auch den Bahnverkehr.

Im Oberland fiel in rund 12 000 Haushalten der Strom aus. Zeitweise waren mehrere Gemeinden komplett ohne Strom. Nach Angaben der Bayernwerk AG waren alle verfügbaren Kräfte im Einsatz, um die Versorgung wiederherzustellen. Es müsse aber mit weiteren Störungen gerechnet werden. Am Mittag warteten noch immer rund 1000 Haushalte auf Strom.

Verdutzte Autofahrer mussten vor der Fahrt in die Arbeit ihre Fahrzeuge erst einmal von zentimeterhohem Schnee befreien oder im schlimmsten Fall auch die Ausfahrt freischaufeln. Auf der schneebedeckten Autobahn von München Richtung Garmisch-Partenkirchen (A95) ging es morgens nur zäh voran. Die wenigsten Fahrzeuge sind bereits mit Winterreifen ausgestattet.

Im Allgäu war die Lage weit weniger angespannt. Ein Auto kam aber bei Ruderatshofen von einer mit Schneematsch bedeckten Straße ab, schlitterte 60 Meter über eine Wiese und landete mitten in einem Fluss. Der 32-jährige Fahrer konnte sich unverletzt auf das Autodach retten und wurde von einer Polizeistreife entdeckt. Er wurde schließlich mit einem Schlauchboot geborgen und unterkühlt in eine Klinik gebracht.

Starker Wintereinbruch hingegen im benachbarten österreichischen Bundesland Tirol: Dort waren an die 22 000 Haushalte ohne Strom. 50 Gemeinden vor allem im Ötztal, im Piztal und in Imst waren nach Angaben der Tinetz-Stromnetz Tirol AG betroffen. In der Nacht war etwa in Seefeld bis zu einem halben Meter Schnee gefallen.

Am Brenner blieben zahlreiche Fahrzeuge mit Sommerreifen liegen. Der Bahnverkehr in Tirol lag am Morgen komplett lahm. Schüler durften auch dort zu Hause bleiben. In der Schweiz schneite es ebenfalls bis in tiefere Lagen. Im Jura fiel die Schneefallgrenze auf 900 Meter.

Der Schnee begann am Alpenrand aber tagsüber schon wieder zu tauen. Teils schien am Nachmittag in den kurz zuvor noch wolkenverhangenen bayerischen Regionen die Sonne. Schon am Samstag sollen die Temperaturen nach der Vorhersage der Meteorologen überall deutlich steigen.