Wirtschaft warnt vor Handelsschranken zwischen China und Europa

Deutsche und chinesische Wirtschaftsvertreter haben vor Handelsbeschränkungen zwischen China und Europa gewarnt.

Wirtschaft warnt vor Handelsschranken zwischen China und Europa
Axel Heimken Wirtschaft warnt vor Handelsschranken zwischen China und Europa

Die Volksrepublik brauche die europäische Qualität und Technologie, während Europa den chinesischen Markt und Chinas Tempo wolle, sagte der Vorsitzende des chinesischen Industrie- und Wirtschaftsverbands, Li Yizhong, am Freitag bei der Eröffnung des sechsten «Hamburg Summit: China meets Europe» in Hamburg.

Im Umfeld der deutsch-chinesischen Regierungsgespräche in Berlin wurden unterdessen neue Kooperationen und Milliarden-Deals zwischen deutschen und chinesischen Unternehmen bekannt. Angekündigt waren unter anderem Abschlüsse bei Daimler und der Deutschen Telekom.

Der Hamburger Handelskammer-Präses Fritz Horst Melsheimer, Gastgeber des «Summits», betonte, nachhaltiges Wachstum oder der Kampf gegen den Klimawandel könnten nicht von China oder Europa allein bewältigt werden: «Wir werden diese Probleme nicht lösen, wenn wir weitere Handelsbarrieren errichten. Wir brauchen mehr Handel mit China und nicht weniger.»

Auf dem Treffen mit rund 600 internationalen Teilnehmern ging es vor allem um nachhaltige Entwicklung, chinesische Investitionen in Europa und um die Reformen, die auf dem dritten Plenum der kommunistischen Partei Chinas im November 2013 beschlossen worden waren.

Am Samstag werden Chinas Ministerpräsident Li Keqiang, EU-Parlamentspräsident Martin Schulz und Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) in Hamburg erwartet. Der Premier war am Freitag zunächst in Berlin bei Gesprächen mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU).

China und die Europäische Union sollten sich auf eine Verbesserung der Handelsstrukturen verständigen und Märkte weiter öffnen, mahnte Li Yizhong. Dazu gehöre, den Blick auch auf Investitionen zu lenken. Er räumte ein, dass es immer noch Probleme zwischen China und Europa gebe. «Aber diese sollten sich nicht negativ auf unsere freundschaftlichen (...) Beziehungen auswirken.»

Nach Ansicht von Luxemburgs Premierminister Xavier Bettel unterstützen sich die Wachstumsstrategien - sowohl China als auch Europa hätten ein Interesse am Erfolg des anderen: «Dies ist und sollte als eine Win-Win-Beziehung gesehen werden. Wir haben Anteil an Chinas Zukunft, und China hat ebenso Anteil an Europas Zukunft.»

Chinas größte Reederei Cosco kündigte an, ihre Aktivitäten in Europa auszubauen und dabei auch auf Hamburg zu setzen. «Wir werden unsere Zusammenarbeit mit Europa unter anderem in den Häfen von Hamburg und Rotterdam vertiefen», sagte der Chef der China Ocean Shipping Company, Li Yunpeng. Basis dafür sei eine gute Infrastruktur. Diese sei in Europa grundsätzlich gut entwickelt - «allerdings ist sie ungleich über die Regionen verteilt», meinte Li.

Der Hamburger Hafen musste zuletzt eine Niederlage einstecken, weil das Bundesverwaltungsgericht die dringend erwartete Entscheidung zur Elbvertiefung vertagt hat. Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) zeigte sich dennoch zuversichtlich, dass künftig auch die größten Containerschiffe den Hafen erreichen werden.

Gleichzeitig verwies Scholz auf die lange Handelstradition zwischen der Hansestadt und China. Schließlich habe bereits vor 283 Jahren das erste Schiff aus China mit Porzellan und Tee angelegt. Heute gebe es rund 500 Firmen aus dem Reich der Mitte in Hamburg.