«Wirtschaftsweise»: Exportstärke nicht politisch beeinflussen

Die «Wirtschaftsweisen» haben die Kritik aus den USA und Europa an den deutschen Handelsüberschüssen mehrheitlich zurückgewiesen.

«Wirtschaftsweise»: Exportstärke nicht politisch beeinflussen
Ingo Wagner «Wirtschaftsweise»: Exportstärke nicht politisch beeinflussen

Der Leistungsbilanzüberschuss sei ein Marktergebnis, die Regierung entscheide nicht über Exporte oder Importe: «Man sollte dem Markt seinen Raum lassen», sagte Ökonom Volker Wieland am Mittwoch in Berlin. Es sollte anerkannt werden, dass deutsche Produkte in Schwellenländern oder den USA so gefragt seien.

Auch sein Kollege Lars Feld meinte: «Das ist eine Glückssituation, die nicht unbedingt so anhält.» Die Vorhaltungen aus dem Ausland sollten nicht überbewertet werden. «Es ist nicht alles so heiß zu essen, wie es gekocht wird.» Richtig sei, dass es mehr private Investitionen geben müsse. Die Dikussion über höhere Steuern, Mietpreisbremse oder Mindestlöhne schrecke Investoren jedoch ab: «Wenn man die Privatinvestitionen stärken will, muss man all diese Maßnahmen sein lassen», sagte Feld.

Der gewerkschaftsnahe «Weise» Peter Bofinger betonte dagegen: «Ich glaube, die amerikanische Kritik an Deutschland ist richtig.» Der hohe Leistungsbilanzüberschuss sei problematisch, weil sehr viel Geldvermögen angehäuft und zu wenig öffentlich und privat investiert werde. «Wir sparen sehr viel und das Ersparte wird in ausländischen Geldanlagen angelegt», sagte Bofinger. Deutschland wird seit Jahren vorgeworfen, mit seinen Handelsüberschüssen und einer schwachen Binnenkonjunktur die Ungleichgewichte in Europa zu verstärken.