WM-Norm als vorzeitiges Präsent für Abfahrer Ferstl

Nach Olympia ohne eigenen Speed-Fahrer sind die deutschen Männer beim Saisonhöhepunkt in diesem Winter auch in den schnellen Disziplinen wieder vertreten.

WM-Norm als vorzeitiges Präsent für Abfahrer Ferstl
Johann Groder WM-Norm als vorzeitiges Präsent für Abfahrer Ferstl

Als erster Abfahrer des Deutschen Skiverbandes (DSV) knackte Josef Ferstl mit einem starken siebten Platz bei der Weltcup-Schussfahrt in Santa Caterina die Norm für die Weltmeisterschaften 2015. «Ich bin megaglücklich, das ist super», kommentierte der Bayer das beste Resultat seiner Weltcup-Karriere einen Tag vor seinem 26. Geburtstag, den er mit «Freunden, Familie und Frau» feiern will.

DSV-Alpinchef Wolfgang Maier war ob des ersten Top-Ten-Resultats seiner Speed-Herren im WM-Winter mächtig froh. «Das ist genau dieses Zeichen, von dem ich immer gesprochen habe. Das haben sie heute gut gemacht. Das ist wichtig für die gesamte Gruppe und für den Abfahrtssport», sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Das Podium war für Ferstl beim Überraschungssieg von US-Boy Travis Ganong allerdings noch außer Reichweite. Dass er im WM-Ort von 1985 und 2005 aber würde vorn mitfahren können, hatte sich schon am Freitag im ersten und einzigen Training angedeutet. Da hatte der Deutsche - allerdings mit einem Torfehler - gar die Bestzeit erzielt.

Im Rennen selbst passte es erneut prima bei Ferstl, der in Garmisch-Partenkirchen 2013 schon einmal Abfahrts-Neunter geworden war. «Ich habe einfach einen guten Lauf erwischt. Ich denke, das habe ich mir auch mal verdient», sagte er nach dem besten Weltcup-Ergebnis seiner Laufbahn. Das junge deutsche Speed-Team nahm er in Schutz: «Wir sind nicht so schlecht, wie das in den Rennen oft passiert. Wir sind eine junge Truppe, machen viele Anfängerfehler», sagte er. Das nächste Ziel sei Konstanz. «Jetzt heißt es, mal in jedem Rennen so einen Lauf runterzukriegen!»

Der 26 Jahre alte Ganong, erstmals im Weltcup ganz oben auf dem Treppchen, gewann das Rennen knapp vor Abfahrts-Olympiasieger Matthias Mayer. Den Österreicher trennten im Ziel nur neun Hundertstelsekunden von Ganong. Dritter bei der wegen starken Windes im oberen Teil verkürzten Schussfahrt wurde der Italiener Dominik Paris. Ferstl fehlten am Ende 0,82 Sekunden auf Ganong. Der Norweger Kjetil Jansrud, der den Gesamtweltcup nach wie vor anführt, erwischte dagegen keinen guten Tag: Er war 1,35 Sekunden zurück und musste sich mit einem mäßigen 17. Platz begnügen.

Andreas Sander fuhr auf Rang 21. «Das ist auch gut. Das ist ein Ergebnis, das auf jeden Fall Anerkennung verdient», urteilte Maier. Fabio Renz (37.) und Klaus Brandner (39.) schafften es dagegen nicht ins vordere Feld. Tobias Stechert, der in der vergangenen Saison zwar die Norm für Olympia geschafft, sich dann aber verletzt hatte und in Sotschi nicht starten konnte, verzichtete wegen Knieproblemen auf einen Start. Mitte Januar bei der nächsten Weltcup-Abfahrt in Wengen soll er wieder starten.