Wölfe profitieren von Schiri-Fehler: 2:1 gegen Leverkusen

Begünstigt von einer krassen Fehlentscheidung von Schiedsrichter Manuel Gräfe hat der VfL Wolfsburg Bayer Leverkusen mit 2:1 (1:1) besiegt. Der Vizemeister war durch ein irreguläres Tor von Nicklas Bendtner (34. Minute) in Führung gegangen.

Wölfe profitieren von Schiri-Fehler: 2:1 gegen Leverkusen
Peter Steffen Wölfe profitieren von Schiri-Fehler: 2:1 gegen Leverkusen

Den Siegtreffer vor 28 766 Zuschauern im Topspiel des elften Bundesliga-Spieltages besorgte der kurz zuvor eingewechselte Julian Draxler (77.). Für Leverkusen hatte Javier Hernandez (40.) den zwischenzeitlichen Ausgleich erzielt. Wolfsburg sprang durch den Sieg mit nun 21 Punkten auf Platz drei vorbei am FC Schalke 04. Leverkusen ist mit 17 Zählern Tabellensiebter.

Im Verfolgerduell sorgte vor allem Referee Gräfe für reichlich Zündstoff. Bei Bendtners zweitem Saisontor stand Vorlagengeber Vieirinha deutlich im Abseits. Gräfe wertete den vorangegangenen Pass von André Schürrle fälschlicherweise als einen Ballkontakt von Bayers Kevin Kampl und überstimmte gar seinen Linienrichter, der die Fahne gehoben hatte.

Diese Szene erzürnte Leverkusens Sportchef Rudi Völler derart, dass er von der Tribüne in den Innenraum gestürmt kam und lautstark an der Seitenlinie wütete. Noch in der Pause gab es im Spielergang Diskussionen zwischen Gräfe, Völler und dessen ehemaligen Sturmpartner in der Nationalelf, Wolfsburgs Sportchef Klaus Allofs. Dabei hätte der verdiente Ausgleich des Mexikaners «Chicharito» Hernandez für Leverkusen noch vor der Pause Völlers Gemüt eigentlich beruhigen können.

Auch nach dem Wechsel blieb das Spiel emotional aufgeladen. Beide Seiten versuchten Profit aus einer möglichen Verunsicherung des Schiedsrichter-Gespanns zu erzielen. Im zweiten Durchgang behielt der Unparteiische aber zumeist den Überblick.

Bereits vor dem Spiel hatte auch Wolfsburgs Coach Dieter Hecking mit gleich fünf Wechseln in der Startelf im Vergleich zum 1:3 im DFB-Pokal am Dienstag gegen Bayern München für Verwirrung gesorgt. «Natürlich war man schon überrascht», sagte selbst der derzeit verletzte Nationalspieler Max Kruse beim TV-Sender Sky.

Überraschend war vor allem, dass Bendtner den Vorzug vor Torjäger Bas Dost erhielt. Der Däne stand zuletzt einige Male noch nicht einmal im Kader. «Spieltaktische Gründe haben für Nicklas gesprochen», begründete Hecking die Hereinnahme Bendtners, der erstmals seit dem 19. September beim 2:0 gegen Hertha BSC wieder von Beginn an ran durfte und zu seinem zweiten Saisontor kam.

Insgesamt wirkte Wolfsburg nach der Pleite gegen die Bayern und durch die vielen Veränderungen aber verunsichert. Bayer hingegen war in den Zweikämpfen zunächst deutlich aggressiver und stand defensiv stark. Erst nach dem Wechsel gab es auf beiden Seiten mehr Torszenen. Den glücklichen Sieg für den VfL besorgten ausgerechnet die eingewechselten Dost als Vorlagengeber und Torschütze Draxler, die beide zu Beginn Opfer von Heckings Rotation geworden waren.