Wohllebens Verteidiger nehmen Carsten S. in die Mangel

Im NSU-Prozess versuchen die Verteidiger des ehemaligen NPD-Funktionärs Ralf Wohlleben, die Glaubwürdigkeit eines der wichtigsten Belastungszeugen zu erschüttern.

Der als Terrorhelfer angeklagte Carsten S. sagte vor Gericht erneut, Wohlleben habe ihn beauftragt, eine Waffe für die drei untergetauchten Neonazis des «Nationalsozialistischen Untergrunds» (NSU) zu besorgen, und habe ihm auch das Geld dafür gegeben.

In der intensiven Befragung durch Wohllebens Verteidiger Olaf Klemke konnte sich Carsten S. aber an viele Details nicht mehr erinnern. Der 33-Jährige soll im Auftrag Wohllebens jene Pistole der Marke «Ceska» besorgt haben, mit der Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos neun Menschen ermordeten. S. und Wohlleben sind wegen Beihilfe zum Mord angeklagt.

Carsten S., der vor längerer Zeit aus der Neonazi-Szene ausgestiegen ist und in einem Zeugenschutzprogramm lebt, hatte bereits zu Prozessbeginn umfangreich ausgesagt. Er hatte sich jedoch zunächst geweigert, Fragen von Wohllebens Verteidigern zu beantworten, so lange der ehemalige NPD-Funktionär nicht selbst aussagt.