Wolf soll angeblich Jogger im Wald verletzt haben

Der Mann soll in einem Waldstück unweit der Landesgrenze zu Mecklenburg-Vorpommern die Tiere zunächst nicht bemerkt haben. Doch dann spürte er plötzlich etwas an seiner Hand.

Wolf soll angeblich Jogger im Wald verletzt haben
Julian Stratenschulte Wenn sich der Bericht bestätigen sollte, handelt es sich um den ersten Wolfsangriff auf einen Menschen in Deutschland. Wobei laut Opfer diese Jungtiere eher spielen wollten.

Nach Informationen der Lüneburger "Landeszeitung"  war der Jogger im Gartower Forst unterwegs. Der Wald liegt im Landkreis Lüchow-Dannenberg, der an Mecklenburg angrenzt. Weil der Mann Kopfhörer trug, soll er zwei Jungwölfe zunächst nicht bemerkt haben.

"Plötzlich hat einer der Wölfe die Hand des Mannes berührt", fasste der zuständige Wolfsberater Peter Burkhardt die Angaben des Joggers zusammen. "Der Mann hat die Hand weggerissen, dabei ist durch den Kontakt mit einem Wolfszahn ein Riss im Daumen entstanden." Dann habe der Jogger die Wölfe mit Schreien, Tritten und Ästen vertreiben können. Die Begegnung soll sich am ersten Weihnachtstag ereignet haben.

Die Tiere wollten eher spielen

"Im Nachklang bei der Protokollierung des Vorfalles sah der Jogger mir gegenüber die Wölfe als eher spielerisch an", betonte Burkhardt. Es sei keine Attacke auf Leib und Leben gewesen. Trotzdem forderte Burkhardt deutliche Maßnahmen, falls sich der Vorfall bestätigen oder gar wiederholen sollte. "Ich denke, man sollte die ganz wenigen Ausreißer im Verhalten erschießen, um die Akzeptanz für alle anderen Wölfe in der Bevölkerung zu sichern." Mit dem Vorfall sei eine Qualität erreicht, die eine deutliche Reaktion erfordere. "Weil die Wölfe bei uns nie gelernt haben, sich von Menschen fernzuhalten, werden sie immer zudringlicher", warnte Burkhardt.

Bislang sei noch kein Mensch seit Rückkehr der Wölfe verletzt worden, betonte Wolfsexperte Markus Bathen vom Naturschutzbund Nabu.  Bundesweit sollen fast 400 freilebende Wölfe unterwegs sein.