Wolfsburg bringt Mainz erste Niederlage bei

Der nimmermüde VfL Wolfsburg hat die Mainzer Rekordserie gestoppt und sich in der Spitzengruppe der Fußball-Bundesliga festgesetzt. Mit dem 3:0 (1:0)-Sieg feierten die immer stärker werdenden Wolfsburger den fünften Pflichtspielerfolg in Serie.

Wolfsburg bringt Mainz erste Niederlage bei
Peter Steffen Wolfsburg bringt Mainz erste Niederlage bei

Der FSV kassierte dagegen am neunten Spieltag die erste Saisonniederlage. Der mit nur einem Sieg aus fünf Spielen gestartete VfL überholte nach Toren von Naldo (15. Minute), Ivan Perisic (59.) und Daniel Caligiuri (87.) mit nun 17 Punkten die zuvor in acht Spielen ungeschlagenen Rheinhessen. Mit 14 Punkten bleibt Mainz dank seiner besten Startserie in den Europapokalrängen, kassierte aber erstmals unter Trainer Kasper Hjulmand in der Liga mehr als zwei Gegentore.

«Heute hat man gesehen, dass wir top drauf sind. Wir haben eine Riesenbrust im Moment. Als wir ins Rollen gekommen sind, hat man gesehen, welches Potenzial die Mannschaft hat», stellte VfL-Trainer Dieter Hecking im TV-Sender Sky zufrieden fest. VfL-Manager Klaus Allofs fasste das Erfolgsrezept zusammen: «Unheimliche Spielfreude Zweikampfstärke, sehr gut umgeschaltet und umheimlicher Wille, nach dem Donnerstag nachzulegen - das war entscheidend», sagte Allofs. Er warnte aber wie Naldo vor Euphorie: «Jetzt sieht die Tabelle ganz anders aus für uns, aber wir müssen auf dem Boden bleiben», verlangte der Abwehrspieler.

FSV-Manager Christian Heidel unterstrich nach der ersten Ligapleite: «Das wirft in Mainz nichts über den Haufen. Dass der Tag mal kommt, war klar.» Die Gäste erwischten vor 26 238 Zuschauern den besseren Start, ohne daraus Kapital schlagen zu können. Drei Tage nach dem stressigen Europa-League-Trip nach Russland brauchten die Wolfsburger zehn Minuten, bis sie ihre Betriebstemperatur erreicht hatten. Hecking hatte seine in Krasnodar siegreiche Mannschaft nur auf einer Position verändert, Viereinha ersetzte auf der rechten Abwehrseite Sebastian Jung.

Mehr tat sich aber über links, wo Marcel Schäfer erneut anstelle des verletzten Ricardo Rodriguez verteidigte und auch viel Druck nach vorn machte. Der langjährige Führungsspieler stand erstmals seit dem 20. Oktober 2013 wieder in einem Bundesligaspiel in der Anfangself - und bereitete prompt das 1:0 vor: Schäfers Eckball wuchtete Naldo zu seinem dritten Saisontor ins Netz.

Zuvor scheiterten Perisic (10.) und Ivica Olic (12.) an FSV-Keeper Loris Karius, der den Kopfball von Olic fast durchrutschen ließ und erst auf der Torlinie zu fassen bekam. Perisic verpasste mit einem Direktschuss nach Eingabe des erneut starken Kevin De Bruyne das zweite Tor (24.), Sekunden später rettete auf der anderen Seite Schlussmann Diego Benaglio in seinem 200. Bundesliga-Einsatz für den VfL mit einer Fußabwehr gegen Filip Djuricic (25.).

Den gleich auf vier Positionen veränderten Mainzern fehlte in der Offensive Jonas Hofmann nach seinem Außenbandanriss im Knie. Ein Flachschuss von Sami Allagui (56.), der hauchdünn vorbeiging, hätte fast den Ausgleich bedeutet, doch zu diesem Zeitpunkt hätte es schon 2:0 stehen müssen: De Bruyne (51.) und Olic (52.) scheiterten jeweils frei vor Karius. Das Tor gelang dann Perisic: Wiederum nach einer Schäfer-Ecke stieg erneut Naldo am höchsten, Perisic fälschte per Kopf unhaltbar ab. Für den Kroaten war es Saisontor Nummer eins.

FSV-Trainer Hjulmand reagierte mit einem ungewöhnlichen Dreifach-Wechsel (62.), an der Niederlage gegen die cleveren und stabilen Wolfsburger änderte das nichts mehr. Im Gegenteil: Maximilian Arnold (77.) hätte bei einem Pfostentreffer fast schon erhöht, Karius lenkte den Versuch von Olic an die Latte (80.). Caligiuri traf dann aus Nahdistanz noch zum verdienten 3:0.

Ballbesitz in %: 53,2 - 46,8

Torschüsse: 24 - 16

gew. Zweikämpfe in %: 56,5 - 43,5

Fouls: 16 - 15

Ecken: 10 - 3

Quelle: optasports.com