Wolfsburg setzt auf Mini-Chance gegen Real

Naldo, Dost und volles Stadion: Der in der Bundesliga kriselnde VfL Wolfsburg will das drohende Debakel im größten Spiel der Vereins-Geschichte gegen Real Madrid unbedingt verhindern.

Wolfsburg setzt auf Mini-Chance gegen Real
Guido Kirchner Wolfsburg setzt auf Mini-Chance gegen Real

Nur gut einen Monat nach seiner Schulter-Eckgelenkssprengung kehrt Naldo zum Viertelfinal-Hinspiel am Mittwoch (20.45 Uhr) gegen das Star-Ensemble um Cristiano Ronaldo wohl in die Innenverteidigung zurück. Auch Torjäger Dost steht für ein Comeback nach seinem Mittelfußbruch in der Winterpause vor endlich ausverkauften Haus in Wolfsburg bereit.

«Sie könnten eine Ergänzung sein», verriet Sportchef Klaus Allofs der Deutschen Presse-Agentur: «Das gibt allen mehr Mut für diese Aufgabe.» Vor allem Naldo gilt als sicherer Startelf-Kandidat angesichts des Tiefs von Youngster Robin Knoche und Dantes persönlichen üblen Erfahrungen mit Real. Der brasilianische Innenverteidiger hatte mit Bayern München vor zwei Jahren ein 0:4-Debakel gegen Real erlebt und war heftig kritisiert worden.

Wegen der Rückkehrer ist die Zuversicht beim VfL nun groß, sich nicht zu blamieren. «Ich nehme als Grundlage, dass wir in der Champions League achtmal gespielt haben und sechsmal gewonnen haben und zuhause keinen Punkt abgegeben haben», sagte Allofs.

Der Manager geht gar noch weiter und spricht von einer Chance aufs Halbfinale. «Eigentlich sind diese Teams Bayer München, Barcelona, Real Madrid oder Paris übermächtig. Aber von dieser Gruppe ist vielleicht Real das Team, das am wenigsten übermächtig ist», bekräftigte Allofs. «Von daher bleibt vielleicht eine Chance und diese Chance wollen wir unbedingt nutzen.»

Trotz der eigenen Krise, die den VfL in der Bundesliga fast schon aus dem Rennen um die erneute Champions-League-Qualifikation geschmissen hat. Trotz der Offensivpower Reals, wo allein Megastar Cristiano Ronaldo und die übrigen «Galaktischen» Gareth Bale und Karim Benzema zusammen 82 Saisontore schossen - 30 mehr als das gesamte VfL-Team.

Doch Trainer Dieter Hecking beteuerte: «Wir haben in der Champions League Geschichte geschrieben, die uns so keiner zugetraut hatte. Jetzt wollen wir versuchen, sie weiter zu schreiben.»

Reals Weltmeister Toni Kroos stapelt trotz der Ausgangslage tief. «Wenn wir im Real-Team denken, dass wir nach dem Sieg in Barcelona locker in Wolfsburg gewinnen, wird es sehr, sehr ungemütlich für uns. Wir müssen alles geben, um weiterzukommen», sagte der Mittelfeldspieler der «Bild».

In der Tat zeigte Wolfsburg in dieser Saison in der Champions League und der Bundesliga zuweilen «leider zwei Gesichter», wie Allofs betonte. In der Liga enttäuschte der teure Luxuskader allzu oft, nicht erst beim 0:3 in Leverkusen, das dem VW-Club den erneuten Zugang zur Königsklasse in der kommenden Saison wohl endgültig verwehrte.

In der Champions League war das Hecking-Team dagegen zu Highlights wie dem 3:2 gegen Manchester United im Dezember fähig. Zum zweiten Mal ist das kleine VfL-Stadion mit gut 26 000 Zuschauern ausverkauft. Das gab es zuvor nur in dieser Champions-League-Saison beim Sieg gegen ManUnited. «Es hätte doppelt ausverkauft sein können», meinte Allofs mit Genugtuung angesichts der Häme über den geringen Zuschauer-Zuspruch beim VfL.

VfL Wolfsburg: Benaglio - Vieirinha, Naldo, Dante, Rodriguez - Luiz Gustavo, Guilavogui - Vieirinha, Arnold, Draxler - Schürrle

Real Madrid: Navas - Danilo, Pepe, Sergio Ramos, Marcelo - Modric, Casemiro, T. Kroos - Bale, Benzema, Cristiano Ronaldo

Schiedsrichter: Rocchi (Italien)