Erster Punkt unter Frontzeck: Hannover mit Aufholjagd

Dank einer unerwarteten Aufholjagd hat Hannover 96 mit dem neuen Trainer Michael Frontzeck den ersten Punkt geholt.

Erster Punkt unter Frontzeck: Hannover mit Aufholjagd
Peter Steffen Erster Punkt unter Frontzeck: Hannover mit Aufholjagd

Die Gäste aus der Landeshauptstadt kamen im Niedersachsen-Derby beim VfL Wolfsburg zu einem 2:2 (0:2), rutschten allerdings im Abstiegskampf vorerst auf den Relegationsrang. Die Hannoveraner bleiben mit dem Remis im neuen Jahr weiter ohne Sieg und warten seit nunmehr 15 Spielen der Fußball-Bundesliga auf einen Dreier. Die Wolfsburger blieben zum dritten Mal hintereinander ohne Liga-Sieg und müssen weiter auf die direkte Champions-League-Qualifikation warten.

Für die kampfstarken Hannoveraner trafen Jimmy Briand (47.) und Salif Sané (58.). Die Tore zur Wolfsburger Führung hatten vor 29 514 Zuschauern Bas Dost (24.) und Ivan Perisic (45.) erzielt.

Drei Tage nach dem Einzug ins Pokal-Finale gegen den Drittligisten Arminia Bielefeld spielten die Wolfsburger zunächst souverän auf, verschliefen aber den Start in die zweite Halbzeit. Im Gefühl des scheinbar sicheren Sieges ließen sie den Gästen zu viel Raum und verschenkten zwei Punkte.

Hannover bedankte sich nach schwacher ersten Hälfte. Der eingewechselte Briand köpfte eine Flanke von Edgar Prib nach dem Wechsel ein. Und kurz nachdem Perisic (54.) nur die Latte getroffen hatte, versenkte Sané den Ball mit einem herrlichen Fallrückzieher - und profitierte davon, dass Schiedsrichter Felix Brych den Treffer nicht wegen gefährlichen Spiels aberkannte.       

Nach solch einer Aufholjagd sah es in der ersten Halbzeit nicht aus. Mit einer personellen Änderung, mit Weltmeister André Schürrle für Daniel Caligiuri, beherrschte der Bundesliga-Zweite den Abstiegskandidaten 45 Minuten zunächst sicher.

Die Wolfsburger ließen die Gäste laufen. Immer wieder wechselten sie die Seiten und verlagerten das Spiel. Sie warteten auf den richtigen Moment für den entscheidenden Vorstoß. Das klappte 45 Minuten und führte zu zwei Toren.

Beim ersten Treffer beendete Dost nach Vorlage von Kevin De Bruyne seine zweimonatige Torflaute. Der zuletzt gegen Werder erfolgreiche niederländische Mittelstürmer erzielte sein 14. Saisontor aus kurzer Distanz. Spätestens nach dem Tor von Perisic schien die Partie entschieden. Unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff wurde der kroatische Nationalspieler von Prib nicht ausreichend gestört und zielte aus knapp 18 Metern in den rechten Winkel.

96 hatte den spielstarken Gastgebern bis dahin wenig entgegenzusetzen. Die Gastgeber waren die meiste Zeit mit Defensivaktionen beschäftigt. Mit großem Einsatz versuchten sie ihre Unterlegenheit auszugleichen. Doch es reichte nicht - ehe die Pause kam.

Trainer Frontzeck versuchte mit zwei Wechseln den Umschwung und wurde belohnt. Für den schwachen Joselu brachte er Briand, für Leon Andreasen den offensiveren Kenan Karaman. Innerhalb weniger Minuten drehte das Spiel.