Wolfsburgs Kampf ums Europa-League-Weiterkommen

Der von Verletzungen geplagte VfL Wolfsburg kämpft gegen seinen England-Fluch. Um gegen den FC Everton das angepeilte vorzeitige Weiterkommen in der Europa League perfekt zu machen, muss für das Team von Trainer Dieter Hecking dringend ein Sieg gegen einen Premier-League-Club her.

Wolfsburgs Kampf ums Europa-League-Weiterkommen
Peter Steffen Wolfsburgs Kampf ums Europa-League-Weiterkommen

Zuletzt kassierte der VfL international fünf Pleiten in Serie gegen englische Clubs. Ein Zitter-Finale am 11. Dezember im letzten Spiel der Gruppe H gegen OSC Lille um das Erreichen der K.o.-Runde will sich der Zweite der Fußball-Bundesliga unbedingt ersparen und die schwarze Serie endlich beenden. «Wir wollen das Spiel am Donnerstag gewinnen und gleich die erste von zwei Möglichkeiten zum Weiterkommen nutzen», bekräftigte VfL-Geschäftsführer Klaus Allofs in der «Wolfsburger Allgemeinen Zeitung».

Doch die Statistik verheißt nichts Gutes. Noch nie hat Everton ein Europapokalspiel gegen einen deutschen Club verloren. Erst im Hinspiel demonstrierten die Engländer gegen den zuletzt so starken VfL mit 4:1 ihre Stärke. «Wenn du das Hinspiel mit 1:4 verloren hast, hast du einfach etwas gutzumachen», forderte Trainer Hecking, den einige Verletzungssorgen plagen. In Joshua Guilavogui, Vieirinha und Ricardo Rodriguez droht gleich ein Stammspieler-Trio auszufallen.

Vieirinha leidet an einer Steißbein-Verletzung und Guilavogui an Leistenproblemen. Vor allem bei Guilavogui dürfte Hecking kein Risiko eingehen, da ihm drei Tage nach dem Europa-League-Hit im brisanten Bundesliga-Verfolgerduell gegen Borussia Mönchengladbach im dann gesperrten Luiz Gustavo bereits ein wichtiger Spieler im defensiven Mittelfeld fehlt. Auch ein Einsatz von Leistungsträger Rodriguez ist sehr fraglich. «Rici merkt immer noch leicht seine Entzündung im Gesäß. Bei ihm stellt sich auch die Frage, nachdem er vier Wochen raus war, ob es überhaupt Sinn macht, ihn drei Spiele in einer Woche spielen zu lassen», berichtete Hecking.

Einen Vorteil hat der Gruppenzweite Wolfsburg (7 Punkte) im Hinblick auf ein vorzeitiges Weiterkommen aber noch: Das Parallelspiel zwischen dem FK Krasnodar (2) und VfL-Abschlussgegner Lille (3) wird bereits um 18.00 Uhr angepfiffen. Lassen die Franzosen dort Punkte liegen, würde Wolfsburg gegen Everton (8) schon ein Unentschieden reichen, um den Einzug in die K.o.-Runde perfekt zu machen. «Da schauen wir hin», bekannte Allofs, forderte aber zugleich: «wir sollten aber nicht großartig mit dem Ergebnis spekulieren».

Ohnehin wird die Aufgabe abgesehen von schlechten Omen oder Verletzungssorgen schwer genug. Everton reist mit besonders breiter Brust an und ist auswärtsstark. In der heimischen Premier League verloren die «Toffees» erst eine Auswärts-Partie bei Manchester United und sind zudem seit fünf Spielen ungeschlagen. Eine ähnliche Serie von sechs Bundesliga-Siegen ging für den VfL am Wochenende mit dem 2:3 beim FC Schalke zu Ende. «Das müssen wir schnell abhaken. Gegen Everton müssen wir besser spielen», forderte Abwehrchef Naldo.

VfL Wolfsburg: Benaglio - Jung, Naldo, Knoche, Schäfer - Malanda, Luiz Gustavo - Vieirinha (Caligiuri), De Bruyne, Perisic - Bendtner

FC Everton: Howard - Coleman, Jagielka, Distin, Hibbert - McCarthy, Osman - Mirallas, Barkley, McGeady - Lukaku

Schiedsrichter: Fernando Teixeira (Spanien)