Wüstenrot bemüht sich um kleinere Bausparsummen

Die Bausparkasse Wüstenrot setzt auf kleinere Bausparverträge zur Finanzierung und Modernisierung von Immobilien. «Wir sind dabei, in Richtung kleinerer Verträge umzuschichten», sagte Vorstandschef Bernd Hertweck.

Wüstenrot bemüht sich um kleinere Bausparsummen
Daniel Bockwoldt Wüstenrot bemüht sich um kleinere Bausparsummen

Die Stückzahlen seien in diesem Jahr deutlich gestiegen. Der durchschnittliche Bausparvertrag habe derzeit ein Volumen von etwa 37 000 Euro. Der Anteil der Verträge mit Bausparsummen unter 50 000 Euro ist den Angaben zufolge von rund zwei Drittel auf drei Viertel des Neugeschäfts gestiegen.

Ein immer größerer Anteil der Bausparer wolle mit dem Geld eine bestehende Immobilie modernisieren. Der Anteil der Finanzierung von Wohnungs- oder Hauskauf gehe dagegen zurück. Einer Studie von TNS Infratest zufolge, die Wüstenrot in Auftrag gegeben hat, wohnen vier von zehn Bundesbürgern in einer Immobilie, die bereits in punkto Energieeffizienz modernisiert wurde. 15 Prozent planen entsprechende Maßnahmen in den kommenden zwei Jahren.

Bis Oktober sei das Bruttoneugeschäft wie in den ersten neun Monaten des Jahres um drei Prozent auf 13,1 Milliarden Euro gestiegen. Das Volumen des eingelösten Neugeschäfts, also der neuen Bausparverträge, auf die tatsächlich auch Geld eingezahlt wurde, habe noch einmal angezogen und sei bis Oktober um fünf Prozent auf 10,2 Milliarden Euro gestiegen.

«Wenn wir dieses Wachstum bis zum Jahresende durchhalten, wäre es das beste Ergebnis unserer rund 90-jährigen Geschichte», sagte Hertweck. «Unsere Stornoquote liegt bei 10 Prozent». Im Gesamtmarkt rechnet der Wüstenrot-Chef mit einem Plus von fünf bis sechs Prozent. Das Ergebnis der Bausparkasse sei allerdings stark beeinträchtigt durch den aktuellen Konzern-Umbau, der in diesem Jahr mit einem zweistelligen Millionen-Euro-Betrag zu Buche schlagen wird. Der Mutterkonzern W&W streicht 800 von 7900 Stellen bis Ende 2015.

300 davon sollen bei der Bausparkasse eingespart werden. Rund die Hälfte der Stelleninhaber hätten Interesse an einer freiwilligen Aufhebung des Vertrages, Altersteilzeit oder Vorruhestand bekundet, sagte Hertweck. «Bezüglich der anderen Hälfte der Stellen sind wir zuversichtlich, dass wir sie bis Ende 2015 im Rahmen des Sozialplans abbauen werden.»

Auch das niedrige Zinsniveau macht dem Finanzkonzern zu schaffen. Die Bausparkasse plane auf lange Sicht mit niedrigen Zinsen, sagte Hertweck. «Eine Kündigung wegen des niedrigen Zinsniveaus ist ausgeschlossen.» Einzelnen Kunden würden aber Neuverträge angeboten, durch die sie dann auch niedrigere Darlehenszinsen abbezahlen müssen. 4000 der insgesamt rund 3,5 Millionen Bausparverträge seien gewechselt worden.