Keine Hinweise auf Vernetzung des Zug-Attentäters mit IS

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sieht bei der Axtattacke in dem Regionalzug bisher keine Hinweise für eine Verbindung mit der Terrormiliz IS.

Keine Hinweise auf Vernetzung mit IS
Karl-Josef Hildenbrand Keine Hinweise auf Vernetzung mit IS

Obwohl der Islamische Staat (IS) die Tat für sich beanspruche, gebe es nach dem bisherigen Ermittlungsstand "keinerlei Indizien" für eine Vernetzung des 17 Jahre alten Angreifers mit islamistischen Netzwerken, sagte Herrmann bei einer Pressekonferenz in München. Zuvor hatte die Terrormiliz IS nach Angaben aus ihr nahestehenden Kreisen die Verantwortung für die Axt-Attacke übernommen. Die Echtheit der Erklärung ließ sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

Der 17-jährige Angreifer war am Montagabend mit einer Axt und einem Messer auf die Fahrgäste losgegangen. Vier Menschen wurden schwer und einer leicht verletzt. Die Touristenfamilie aus Hongkong, die bei der Axt-Attacke nahe Würzburg schwer verletzt wurde, saß zufällig in dem Regionalzug.

Schon der erste Zeuge berichtete Hermann zufolge, der Täter habe bei seinen Attacken "Allahu akbar" ("Gott ist groß") gerufen. Daraufhin habe die Polizei so rasch wie möglich so viele Einsatzkräfte wie möglich an den Tatort geschickt.  "Bei der Durchsuchung seines Zimmers ist auch eine handgemalte IS-Flagge gefunden worden", sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) im ZDF-"Morgenmagazin". In der Nacht hatte Herrmann mitgeteilt, dass der 17-jährige Flüchtling laut einer Zeugenaussage einen "islamischen Ausruf" gemacht haben soll bevor die Polizei ihn erschoss. Dies sei aber noch nicht erwiesen.

Ähnlich wie im Würzburger Fall hatte der IS zuvor die Verantwortung für das Attentat von Nizza übernommen. Eine Erklärung von der Terrormiliz selbst wurde bislang nicht veröffentlicht. Unklar ist in beiden Fällen, ob der IS dabei nur als Trittbrettfahrer auftritt.