Wurden die Skelettteile von der kleinen Peggy entdeckt?

Hat ein Pilzsammler in Thüringen die Leiche der seit über 15 Jahren vermissten Schülerin Peggy entdeckt? Diese Frage soll bis Dienstag eine gerichtsmedizinische Untersuchung klären.

Wurden die Skelettteile von der kleinen Peggy entdeckt?
Bodo Schackow Wurden die Skelettteile von der kleinen Peggy entdeckt?

Der Pilzsammler sei am Samstag in einem Waldstück zwischen dem thüringischen Rodacherbrunn (Saale-Orla-Kreis) und dem oberfränkischen Nordhalben auf die Skelettteile gestoßen, teilte die Polizei mit und bestätigte damit einen Bericht des Bayerischen Rundfunks.

Bei den Untersuchungen werde «der Fall Peggy nicht außer Acht gelassen», betonte eine Polizeisprecherin. Der Fundort der Leiche im Saale-Orla-Kreis liegt nur wenige Kilometer von Peggys Heimatort Lichtenberg (Landkreis Hof) entfernt.

Das Ergebnis der Gerichtsmedizin werde erst am Dienstag vorliegen, teilte der Geraer Oberstaatsanwalt Thomas Villwock mit. «Angesichts des Umfangs der Untersuchung ist nicht vor Dienstagnachmittag mit einem belastbaren Ergebnis zu rechen.»

Am 7. Mai 2001 war die neunjährige Peggy auf ihrem Heimweg von der Schule verschwunden, seitdem fehlte von der Kleinen jede Spur. Wochenlange Suchaktionen blieben ohne Erfolg, dabei waren auch Bundeswehr-Tornados im Einsatz.

Oberstaatsanwalt Villwock wollte sich am Montag nicht an Spekulationen beteiligen, ob der Knochenfund mit dem Fall Peggy in Zusammenhang stehen könnte: «Ich setze auf die Ergebnisse der Rechtsmedizin. Sie können Gewissheit bringen.»

2002 hatten die Ermittler einen geistig behinderten Mann als Tatverdächtigen präsentiert. Er habe Peggy ermordet, um zu vertuschen, dass er sie sexuell missbraucht habe, hieß es damals. Der Mann wurde 2004 als Peggys Mörder verurteilt, 2014 jedoch in einem Wiederaufnahmeverfahren freigesprochen.

Zwischenzeitlich gerieten ehemalige Bekannte der Familie Peggys aus Halle/Saale ins Visier der Fahnder, doch auch diese Spur brachte keinen Durchbruch. Sie gelten inzwischen nicht mehr als Verdächtige.

Auch noch in den vergangenen Jahren gab es eine Reihe von spektakulären Untersuchungsaktionen der Polizei, um das Verschwinden der Schülerin doch noch aufzuklären. Mal wurde in einer Talsperre in Sachsen nach Peggys Schulranzen gesucht, mal wurde ein Anwesen in Lichtenberg durchsucht - sogar im Garten wurde gegraben. Die Ermittler fanden damals zwar Knochenreste, sie stammten aber nicht von Peggy. Ebenso erfolglos blieb eine Grabungsaktion auf dem Lichtenberger Friedhof Anfang 2014.