Yannick Nézet-Séguin wird neuer Chefdirigent der Met

Der kanadische Dirigent Yannick Nézet-Séguin wird Chefdirigent an der renommierten Metropolitan Oper in New York.

Nach einer Übergangsphase werde er die Nachfolge von James Levine, der den Posten aus gesundheitlichen Gründen aufgegeben hatte, im Jahr 2020 antreten, teilte die Met am Donnerstag mit. Er werde aber umgehend an der künstlerischen Planung des Opernhauses beteiligt.

Der «Music Director» trifft die wichtigsten Entscheidungen zu Orchester, Chor und anderen beteiligten Musikern. Gemeinsam mit Met-Manager Peter Gelb soll Nézet-Séguin auch die Spielsaison planen und über das Repertoire sowie neue Produktionen entscheiden. In der Übergangsphase soll er zwei Opern pro Saison dirigieren, ab der Saison 2020/21 neben Konzerten mit dem Orchester dann fünf Opern. Kommende Saison soll er mit dem «Fliegenden Holländer» seine erste Oper von Richard Wagner dirigieren.

Der 41-jährige Dirigent und Kammermusiker ist seit 2012 Chefdirigent des Philadelphia Orchestra, das mit seiner ersten Deutschland-Tour vor einem Jahr einen großen Erfolg feierte. Diesen Posten soll er parallel zur neuen Aufgabe in New York noch bis 2026 halten. Dank der Nähe Philadelphias zu New York - beide Städte liegen mit dem Zug nur eine gute Stunde voneinander entfernt - werde er zwischen beiden Posten pendeln können, teilte die Met mit. Auch der künstlerische Austausch zwischen den beiden Häusern soll verstärkt werden.

Seine Karriere begann der Kanadier im Alter von 23 Jahren an der Montreal Oper. Seitdem hat er unter anderem an der Wiener Staatsoper, dem Royal Opera House in London, der Scala in Mailand und bei den Salzburger Festspielen dirigiert. Zudem ist er häufig als Gast-Dirigent in Philharmonien Berlins, Wiens und Londons zu sehen. Der neue Job sei die Erfüllung eines lebenslangen Traums, sagte Nézet-Séguin und kündigte an, die Einhaltung «höchster künstlerischer Standards» zu seiner Aufgabe zu machen.

Der beim Publikum äußerst beliebte James Levine hatte seinen Posten im Mai aus gesundheitlichen Gründen aufgeben müssen. Nach einem schweren Sturz hat der heute 72-Jährige mehrere Rückenoperationen hinter sich und sitzt seitdem im Rollstuhl. Als musikalischer Direktor im Ruhestand will er aber weiter hin und wieder dirigieren. Levine, der seit seinem Antritt im Jahr 1971 mehr als 2500 Aufführungen dirigiert hatte, war durch sein Schaffen gewissermaßen zum Synonym der Metropolitan Oper geworden.

Mit einem Jahresbudget von rund 300 Millionen Dollar (266 Mio Euro) zählt die Met zu den größten Kunstorganisationen der USA.