Zalando-Aktie startet mit magerem Kursaufschlag

Der Online-Händler Zalando ist mit mageren Kursgewinnen an der Börse gestartet. Die Aktie erlebte eine Achterbahnfahrt.

Erst sprang sie mit dem ersten Kurs von 24,10 Euro um rund zwölf Prozent hoch. Nur wenige Minuten später fiel das Papier mit 21,55 Euro praktisch auf den Ausgabepreis zurück. Am Nachmittag klebte die Aktie an der Marke von 22 Euro fest.

Zum ersten Kurs war Zalando noch knapp 6 Milliarden Euro wert. Das war mehr als Dax-Unternehmen wie K+S, Lanxess oder Lufthansa auf die Waage bringen. Bei einem Kurs von 22 Euro lag der Unternehmenswert immer noch bei rund 5,5 Milliarden Euro. Der Börsengang bringt Zalando gut 600 Millionen Euro ein.

Die drei Zalando-Vorstände Rubin Ritter (32), David Schneider (32) und Robert Gentz (31) läuteten den Handel am Morgen traditionell mit einer Glocke ein. Sie packten sie aus einem Zalando-Paket aus.

Schon Anfang der Woche hatte es ein erstes Zeichen gegeben, dass Zalando vorsichtiger bei der Bewertung geworden ist. Mit einem Ausgabepreis von 21,50 Euro wurde die zuvor aufgestellte Preisspanne von 18 bis 22,50 Euro nicht ganz ausgeschöpft, obwohl die Nachfrage mehr als zehn Mal höher als das Angebot an Aktien gewesen sein soll.

Zalando schaffte es in diesem Jahr nach hohen Anlaufverlusten in die schwarzen Zahlen. Nach einem positiven ersten Halbjahr könnte es in diesem Jahr auch den ersten Jahresgewinn geben. Der Onlineversender, der sich mit schrillen Werbekampagnen («Schrei vor Glück») und kostenlosen Retouren einen Namen machte, hatte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 1,8 Milliarden Euro erzielt.

Haupteigentümer sind die schwedische Beteiligungsgesellschaft Kinnevik sowie die Internet-Investoren Oliver, Marc und Alexander Samwer. Ihre Anteile verwässern sich mit der Ausgabe der neuen Aktien. Dem Prospekt zufolge soll Kinnevik nach dem Börsengang noch 31,57 Prozent halten, statt zuvor 35,6 Prozent. Die Samwer-Brüder kommen noch auf 14,81 Prozent nach zuvor 16,7 Prozent.

Die Samwer-Brüder hatten Zalando seit der Gründung 2008 unterstützt, der Mode-Händler war unter dem Dach ihrer Startup-Schmiede Rocket Internet groß geworden. Die Samwers bringen Rocket Internet am Donnerstag ebenfalls an die Börse. Der Startup-Finanzierer will dabei bis zu 1,6 Milliarden Euro einnehmen.

Die Erlöse aus dem Zalando-Börsengang sollen in das weitere Wachstum des Unternehmens fließen. Zalando will vor allem aus eigener Kraft größer werden, kann sich aber auch Zukäufe vorstellen. Die Berliner wollen ihre Kundenbasis erweitern, die Umsätze beim einzelnen Käufer steigern und auch in neue regionale Märkte vordringen. Der Onlineversender hatte zuletzt knapp 14 Millionen aktive Kunden.