Zehntausende treffen bei Pegida und Gegenprotesten aufeinander

Zum Jahrestag der fremdenfeindlichen Pegida-Bewegung sind in Dresden zehntausende Anhänger und Gegner aufeinandergetroffen. Über fast drei Stunden wandten sich Redner der fremdenfeindlichen Bewegung am Abend vor der Semperoper gegen Asylbewerber und demokratische Parteien.

Zehntausende treffen bei Pegida und Gegenprotesten aufeinander
Ralf Hirschberger Zehntausende treffen bei Pegida und Gegenprotesten aufeinander

Die 15 000 bis 20 000 Pegida-Anhänger waren laut Schätzungen umgeben von 15 000 bis 19 000 Gegendemonstranten. Die angespannte Situation entlud sich in Ausschreitungen. Politiker über die Parteigrenzen hinweg warnten vor Ausländerhass.

Gründer Lutz Bachmann und andere Redner machten mit teils äußerst aggressiven Äußerungen Stimmung gegen den Zuzug von Flüchtlingen. Ein Demonstrant führte ein Plakat mit einer Fotomontage von Bundeskanzlerin Angela Merkel in einer nazi-ähnlichen Militäruniform mit.

Wie Reporter berichteten, war der Gegenprotest gegen Pegida deutlich größer, als erwartet worden war. Unter dem Motto "Herz statt Hetze" hatte ein breites Bündnis dazu aufgerufen, sich gegen Fremdenhass zu stellen. Die Gegendemonstranten waren sternförmig von verschiedenen Richtungen in die Altstadt gezogen. Die Schätzungen über die Teilnahme stammen von der Studentengruppe "Durchgezählt".

Ein Mann wurde auf dem Weg zur Pegida-Kundgebung angegriffen und schwer verletzt, wie die Polizei mitteilte. Es habe mehrere Angriffe von Gegendemonstranten auf Polizeibeamte gegeben, sagte der Sprecher.

Trotz massiver Präsenz hatte die Polizei Mühe, die Menschenmengen getrennt zu halten. Schwer geschützte Beamte führten Pegida-Anhänger am Landtag entlang an der Elbe raus aus dem Zentrum. Wasserwerfer waren aufgefahren, kamen aber zunächst nicht zum Einsatz.

Justizminister Heiko Maas (SPD) begrüßte die Gegenproteste im Kurznachrichtendienst Twitter als "wichtiges Zeichen für Demokratie".

Innenminister Thomas de Maizière (CDU) warf Pegida eine "Sprache des Hasses" vor. Ein Verbot sei derzeit aber nicht möglich. "Wenn man so etwas verbieten will, dann muss das vor Gericht Bestand haben - das ist jetzt nicht der Fall", sagte er dem Fernsehsender n-tv.