Zeitenwende in Argentinien: Konservativer gewinnt Stichwahl

Der konservative Oppositionsführer Mauricio Macri hat die Präsidentenwahl in Argentinien gewonnen und damit die Ära peronistischer Regierungen beendet.

Zeitenwende in Argentinien: Konservativer gewinnt Stichwahl
David Fernandez Zeitenwende in Argentinien: Konservativer gewinnt Stichwahl

Auf den 56 Jahre alten Bürgermeister der Hauptstadt Buenos Aires entfielen am Sonntag nach Auszählung von 99 Prozent der abgegebenen Wahlzettel 51,4 Prozent der Stimmen, während sein Gegner, der peronistische Regierungskandidat Daniel Scioli, auf 48,6 Prozent kam. Erstmals musste der argentinische Präsident per Stichwahl bestimmt werden. Scioli (58) gestand am Sonntagabend (Ortszeit) seine Niederlage ein und beglückwünschte seinen Rivalen. Auch Staatschefin Cristina Fernández de Kirchner rief den Wahlsieger an und lud ihn für Dienstag zu einem Treffen in der Präsidentenresidenz ein.

Kriminalität, Armut und Korruption bekämpfen

"Dies ist ein historischer Tag, ein Epochenwechsel, der uns eine Zukunft des Wachstums und Fortschritts geben wird", sagte Macri. Die von ihm angeführte Koalition trägt den Namen "Cambiemos" ("Lasst uns ändern"). Macri propagiert nach den peronistischen Regierungen mehr Marktwirtschaft und weniger Einfluss des Staates. Fernández de Kirchner durfte sich laut Verfassung nach zwei Amtsperioden nicht um eine dritte Amtszeit in Folge bewerben. Zuvor hatte ihr 2010 verstorbener Mann Néstor das südamerikanische Land regiert. Die großen Themen des Wahlkampfes waren die Wirtschaftspolitik sowie die Bekämpfung von Kriminalität, Armut und Korruption.

Die Wahlbeteiligung lag bei 81 Prozent. Im Parlament ist Macri auf Verhandlungen angewiesen. In der Abgeordnetenkammer wird er über die Stimmen von 89 der 257 Abgeordneten verfügen, gegen 107 der bisherigen peronistischen Regierungskoalition Frente para la Victoria (Siegesfront, FpV). Der Drittplatzierte der ersten Wahlrunde, Sergio Massa, bot Macri eine Zusammenarbeit an. Der ehemalige Kabinettschef Kirchners, der ihr heute kritisch gegenübersteht, führt eine Fraktion von 33 Abgeordneten an.

Argentinien ist nach Brasilien das zweitgrößte Land Lateinamerikas und hat 41,8 Millionen Einwohner.