Zeuge: Pistole der NSU-Terroristen kam mit Schalldämpfer

Die Pistole der Marke «Ceska», mit der die Terroristen des NSU neun Menschen ermordet haben sollen, wurde bereits vom Hersteller mit Schalldämpfer geliefert. Das berichtete ein ehemaliger Waffenhändler aus der Schweiz im NSU-Prozess.

Der 45-Jährige hatte die spätere Tatwaffe an einen Kunden in der Schweiz weiterverkauft. Von dort gelangte sie den Ermittlungen zufolge über Mittelsmänner zu den Angeklagten Carsten S. und Ralf Wohlleben, die sie an die mutmaßlichen Terroristen weitergaben.

Die Aussage des Schweizers könnte den Angeklagten Carsten S. entlasten. Er hatte ausgesagt, dass er den Schalldämpfer nicht eigens bestellt habe - er sei einfach mitgeliefert worden. Carsten S. hat nach seiner eigenen Aussage die Waffe im Auftrag Wohllebens in einem rechten Szeneladen in Jena besorgt und an die drei Untergetauchten übergeben. Hätte S. einen Schalldämpfer bestellt, könnte dies dafür sprechen, dass er zumindest hätte ahnen können, wozu die NSU-Terroristen die Waffe nutzen wollten.

Ein weiterer Zeuge aus der Schweiz, der für Mittwoch geladen war, erschien nicht vor Gericht. Ein für Donnerstag geladener Zeuge aus der Schweiz hat bereits angekündigt, dass er nicht erscheinen werde. Der für Donnerstag geplante Verhandlungstermin wurde deshalb gestrichen.